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Soziale Medien – Twitter und Facebook kontra Unternehmen

Soziale Medien - Soziale Medien - Twitter und Facebook kontra UnternehmenBerlin - Social Media brachten als Kommunikationsplattformen eine neue Dimension in die Gesellschaft, in die Politik und in die Geschäftswelt. Unternehmen stehen in direktem Kontakt zu den Kunden. Bei der Deutschen Bahn sind es zwanzig Vollzeit-Mitarbeiter, die sich der Kommunikation mit Kunden auf den Plattformen widmen. Innerhalb der Netzwerke werden nicht mehr Monologe geführt, sonder Many-To-Many-Kommunikation. Direkte Bürgerbeteiligung im 21 Jahrhundert, Aktionen, Reaktionen, offene Meinungskundgebung, das ermöglichen die Social Media. Für Unternehmen liegen bei den Neuen Medien Nutzen und Gefahren eng beieinander. Die größte Gefahr dabei hat seit langem einen Namen: Shitstorm.

Schnell und explosionsartig


Der Anschlag am Boston Marathon erfolgte am 15. April 2013, in den drei Stunden danach erschienen allein in den deutschsprachigen Social Media 8 Artikel und drei Shares. Innerhalb von 24 Stunden waren es 539 Artikel und 15.659 Shares. Nachrichten verbreiten sich schnell. „Teilen“ heißt dabei das Zauberwort. So manches Unternehmen hat die Schnelligkeit der Nachrichtenverbreitung, den rasanten Anstieg von Artikeln und die Wirkung von Shares bereits erfahren. Henkel ereilte erst jüngst ein russischer Shitstorm. Bei dem Produkt „Bref“ handelt es sich um einen Toilettenreiniger, eine Hälfte blau, die andere Hälfte gelb. Als der Reiniger in der Ukraine eingeführt wurde, löste es in den Social Media einen Shitstorm aus, in Ukrainisch und Englisch. Die Farben des Toilettenreinigers sind die Nationalfarben der Ukraine, die Ukrainer mussten im Werbespot zusehen, wie ihre „Nationalflagge“ als „Bref“ in die Toilette gespült wurde. Der Shitstorm führte zu Reaktionen, denn einen Proteststurm auf Twitter, Facebook und Co zu ignorieren, kann sich kein Unternehmen leisten. Henkel entschuldigte sich, die Gefühle der Ukrainer verletzt zu haben, die Farbgestaltung werde sofort geändert.

Kunde hat an Einfluss gewonnen


Der schnellste Shitstorm in Deutschland richtete sich gegen den Schlagersänger Michael Wendler. Ein Rechtsstreit zwischen ihm und Sylvia sowie Nadine Simbeck war Thema einer Fernsehsendung. Noch während der Sendung wurde auf Facebook eine Fanseite ins Leben gerufen, der Name der Seite: „100.000 Menschen, die Michael Wendler scheiße finden“. Die Seite gewann zu Spitzenzeiten 300 Fans pro Minute. Nur 48 Stunden nach der Sendung hatte die Seite bereits 230.000 Fans. In diesem Fall war die Protestwelle gegen eine Einzelperson gerichtet. Einem Unternehmen kann ein Shitstorm größten Schaden zufügen, das haben McDonalds, Amazon, VW und viele große Unternehmen bereits zu spüren bekommen. Die Kunden, die Märkte kommunizieren untereinander, schnell und effizient. Der Einfluss des Einzelnen ist durch die Waffe Social Media groß geworden. Er ist nicht mehr allein, er kann Massen mobilisieren.

Foto: © © peshkova - Fotolia
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