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Spaniens Krisen-Jugend – eine verlorene Generation

Madrid – Paloma ist arbeitslos – wie Millionen andere junge Spanier auch. Die 28-Jährige aus Madrid ist ausgebildete Übersetzerin und hatte einen Vertrag bei einem Ministerium. Jetzt hat die Krise auch sie betroffen. Seit mehr als einem Jahr findet sie nicht mal eine Stelle als Verkäuferin. Die Unterstützung vom Arbeitsamt ist vor einem Monat ausgelaufen: „Man soll nie die Hoffnung aufgeben, das darf man nicht – aber es gibt Tage, an denen denkt man ‚Mein Gott, was soll bloß werden?‘. Alles ist in der Schwebe. In meinem Bereich habe ich keine große Berufserfahrung, und in weniger qualifizierten Bereichen habe ich gar keine.“

Mehr als jeder vierte Spanier ist arbeitslos, bei den jungen Leuten sogar deutlich mehr als jeder Zweite. Viele bleiben länger bei ihren Eltern wohnen – im Schnitt bis 29. Sara Baliña, Wirtschaftsexpertin, fasst die trostlose Situation zusammen: „Es ist wohl eine verlorene Generation – wenn man sie so nennen kann. Es wird ein Vorher und ein Nachher geben, mit Folgen für die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Es geht nicht nur um die sozialen Auswirkungen – wenn so viele junge Leute Schwierigkeiten haben, eine Arbeit zu finden, gehen die Auswirkungen noch viel weiter.“

Rocio lebt mit 23 noch bei ihren Eltern. Sie hat Politikwissenschaft studiert, mit Bravour. Aber Arbeit als Politikberaterin oder Analystin findet sie nicht findet, wegen fehlender Berufserfahrung – ein Teufelskreis. Zahlreiche junge Spanier wie Paloma sind so frustriert, dass sie auswandern wollen. Oft gehen sie nach Deutschland, denn dort herrscht Fachkräftemangel. Ein Abkommen zwischen Madrid und Berlin soll sie nun in ihrem Schritt unterstützen. Zehntausende Spanier haben ihr Land bereits verlassen, Richtung Deutschland.

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