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Starterbatterien für Nutzfahrzeuge – alle Tipps und Tricks

Als Autobatterie oder synonym als Fahrzeugbatterie werden Starterbatterien bezeichnet, wenn es um Pkw im privaten Bereich geht. Im Bereich der Nutzfahrzeuge wird hingegen der Begriff Starterbatterie verwendet. Die wesentliche Funktion ist jedoch unabhängig von der Fahrzeugart gleich: Der Verbrennungsmotor des jeweiligen Fahrzeuges muss gestartet werden. Wie eine Starterbatterie grundsätzlich aufgebaut ist und welche verschiedenen Batterietypen Verwendung finden, haben wir für Sie zusammengefasst.

So sind Starterbatterien grundsätzlich aufgebaut

Das Innere einer herkömmlichen Starterbatterie basiert im Wesentlichen auf zwei Stoffen: Schwefelsäure und Blei. Während die positive Elektrode aus Bleidioxid besteht, besteht die negative Elektrode aus fein verteiltem Schwammblei. Den Elektrolyten bildet die Schwefelsäure. Sie ermöglicht erst den Ionen-Stromfluss zwischen den beiden Elektroden. Die maximale Leitfähigkeit der Schwefelsäure liegt bei einer Dichte von 1,28kg/l. Dabei handelt es sich um die typische Füllsäuredichte.

Im Wechsel werden positive und negative Elektroden bei Starterbatterien zu sogenannten Plattenblöcken verschweißt und anschließend in das Batteriegehäuse eingesetzt. Zwischen den Elektroden befindet sich ein Separator, der die positive und negative Platte elektrisch voneinander isoliert. In einer Reihe geschaltet ergeben sechs dieser Plattensätze eine 12 V-Einheit.

Verschiedene Typen von Starterbatterien im Überblick

Blei-Säure-Batterie

Dieser Batterietyp ist derzeit noch der am häufigsten genutzte Batterietyp bei Flurförderzeugen mit Elektromotor. Denn die Anschaffungskosten sind bei dieser Art von Starterbatterie am niedrigsten. Es gibt diesen Blei-Säure-Batterien in vielen verschiedenen Ausführungen, die sich in der Regel durch die Oberfläche der Platten, die Zusammensetzung und durch die Isolation unterscheiden. Für Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotoren gibt es Starterbatterien, die einen niedrigen Innenwiderstand und somit gute Hochstromfestigkeit aufweisen.

Blei-Gel-Batterien

Der Elektrolyt ist bei dieser Art von Starterbatterie als Gel vorhanden. Dementsprechend funktionieren Blei-Gel-Batterien lageunabhängig und sind wartungsfrei. Wichtig zu wissen ist, dass die Ladeschlussspannung bei diesem Batterietyp unter der Gasungsspannung liegen muss. Blei-Gel-Batterien sind in sich geschlossen und verfügen lediglich ein Ventil für Überdruck. Dieses öffnet sich bei zu hohem Innendruck, der aufgrund von zu hoher Ladespannung hervorgerufen werden kann. Durch das Überdruckventil entweicht der Elektrolyt und es kommt zum Kapazitäts- und Leistungsverlust, wodurch die Starterbatterie vorzeitig zerstört werden kann. Vorteile der Blei-Gel-Batterie sind:

  • Eine längere Lebensdauer
  • Eine bessere Energieeffizienz durch weniger Spannungshub
  • Die bessere Entladbarkeit bei Kälte
  • Die Wartungsfreiheit

AGM Vlies-Batterien

Eine spezielle Bauform der Blei-Säure Starterbatterie sind die sogenannten Blei-Vlies-Batterien. Diese werden immer mehr in der Erstausrüstung von Flurförderzeugen und Nutzfahrzeugen eingesetzt. Bei dieser Batteriart ist der Elektrolyt (= Schwefelsäure) in einem Vlies gebunden. Vorteilhaft ist, dass solche Starterbatterien tiefentladbar sind, eine hohe Lebensdauer haben und selbst bei extrem niedrigen Temperaturen eine gute Kapazität bieten.

Bleisäurebatterien haben eine Recyclingquote von nahezu 100 %

Hinsichtlich der Nachhaltigkeit der Batterie gibt es erhebliche Unterschiede zwischen herkömmlichen Blei-Säure-Batterien und Lithium-Ionen-Batterien. Letztere werden zwar immer beliebter, weil sie viel Energie auf kleinem Raum speichern, also eine hohe Energiedichte aufweisen, aber sind weniger nachhaltig, was die Entsorgung betrifft. Blei-Säure-Batterien, die nur wenige Werkstoffe enthalten (Blei, Schwefelsäure und Kunststoff) lassen sich mit einer Recyclingquote von nahezu 100 Prozent sehr gut aufarbeiten. Die Verwertung der enthaltenen Stoffe von Lithium-Ionen-Batterien ist dagegen problematischer. Erst durch eine chemische Analyse zeigt sich, ob überhaupt werthaltige Stoffe enthalten sind.

Mit der richtigen Pflege die Lebensdauer verlängern

Um die Lebensdauer der Starterbatterie zu verlängern, ist die richtige Pflege das A und O. Auch wenn heute nahezu alle Blei-Säure-Batterien wartungsfrei sind – egal ob klassische SLI oder AGM-Batterie – so bedeutet dies nicht, dass kein Wasser nachgefüllt werden muss. Allerdings sollte dies nicht vom Laien durchgeführt werden, sondern vom Fachmann in einer Werkstatt. Aber dennoch: Die Pflege verlängert die Lebensdauer der Batterie. Zudem wird durch einen regelmäßigen Test des Batterieladezustands eine schwache Batterie entdeckt, bevor es zu einer Tiefenentladung kommt.

Der Ladezustand

Es spielt keine Rolle, welche Starterbatterie verbaut ist: Der Ladezustand muss stets im Auge behalten werden. Denn nur so kann eine höchstmögliche Ladekapazität erhalten werden. Sobald das Fahrzeug über einen längeren Zeitraum abgestellt wird, ist es möglich, den Abfall der Batteriespannung sowie die schädliche Tiefenentladung zu vermeiden, und zwar mit einem geeigneten Ladegerät. Von guten Ladegeräten wird die Batterie-Kapazität erkannt und sie verfügen zudem über eine automatische Ladestromregelung.

Wird das Fahrzeug nur sporadisch genutzt, dann ist das Aufladen der Batterie in einem Abstand von zwei Monaten hilfreich, die Leistungsfähigkeit zu erhalten und zugleich die Lebensdauer zu verlängern.

Regelmäßig den Ladezustand überprüfen

Starterbatterien werden durch Kurzstreckenfahrten extrem strapaziert und das gilt insbesondere für die kalte Jahreszeit. Die Leistungsfähigkeit ist aufgrund der winterlichen Außentemperaturen chemisch bedingt herabgesetzt und daher kann die Lichtmaschine den Energiespeicher nur unzureichend aufladen. Daher ist es umso wichtiger, dass der Ladezustand der Batterie regelmäßig überprüft wird. Eine Überprüfung der Scheinwerfer gibt einen Eindruck über den Ladezustand der Batterie. Sollten die Scheinwerfer bei abgestelltem Motor rasch abdunkeln, dann ist es Zeit, die Batterie aufzuladen. In der Autowerkstatt sollte regelmäßig eine professionelle Überprüfung des Ladezustands vorgenommen werden.

Sicherheit vor Sparsamkeit

Wer auf elektrische Verbraucher, wie Sitz- und Lenkradheizung verzichtet, der reduziert nicht nur den Treibstoffverbrauch, sondern es wird zugleich die Batterie geschont. Sofern elektrischen Komponenten, nicht unbedingt benötigt werden, sollten diese daher stets ausgeschaltet werden. Dieses Vorgehen trägt maßgeblich zu einem besseren Energiemanagement im Fahrzeug bei und erhöht die Energie, die zum Aufladen der Batterie notwendig ist.

Systeme, die der Fahrsicherheit dienen, sollten stets Vorrang haben. Daher sollte das Fahrlicht auch in der Dämmerung anbleiben. Ebenfalls sollten auch wichtige und der Sicherheit dienende elektronische Assistenten aktiviert bleiben. Bei längeren Fahrten lädt sich die Batterie schnell auf und dafür bedarf es noch nicht einmal einer hohen Drehzahl. Die Lichtmaschine stellt der Batterie bereits bei 2000 U/min zwei Drittel ihrer maximalen Leistung bereit.

Beim Einbau ist eine saubere Umgebung ein Muss

Um die Tendenz der Selbstentladung zu minimieren, ist eine saubere Umgebung am Einbauplatz der Batterie ein Muss. Denn Schmutz in der Nähe der Batteriepole können durchaus Kriechströme begünstigen und das vor allem in Verbindung mit Feuchtigkeit. Zudem beugt eine Säuberung der Pole und Anschlüsse korrodierten Kontakten vor, minimiert die Übergangswiderstände und verbessert die Ladungsaufnahme und Kaltstartfähigkeit.

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