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Studie: Hybrid-Fahrzeuge 2012 auf Erfolgskurs

Wiesbaden – Im schrumpfenden deutschen Automobilmarkt zählten Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb 2012 zu den klaren Gewinnern. Marktanalysen des Automotive Institute for Management (AIM) an der EBS Universi-tät für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden zeigen, dass die Neuzulassungen in diesem Segment gegenüber dem Vorjahr um nahezu 70 Prozent gestiegen sind. Im gleichen Zeitraum gingen die Benzin- und Diesel-Neuzulassungen dagegen zum Teil deutlich zurück. Auch in der historischen Entwicklung des Wachstums lassen Hybrid-Fahrzeuge die beiden etablierten Antriebsarten deutlich hinter sich.

Mehr deutsche Modelle mit Hybridantrieb

Nicht nur Toyota konnte im vergangenen Jahr 2012 mit der „Hybrid-Sommer“-Kampagne mediale und absatzmäßige Erfolge feiern, auch die deutschen Automobilhersteller weiten ihr Angebot an Modellen mit Hybridantrieb immer mehr aus. Im vergangenen Jahr war das gesamte Segment der Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb weiter auf deutlichem Erfolgskurs. Wenngleich diese Fahrzeuge im Vergleich zu mit Benzin- und Dieselmotoren angetriebenen PKW derzeit lediglich einen kleinen Teil der Neuzulassungen in Deutschland ausmachen, ist ein kontinuierliches Wachstum zu verzeichnen. Demgegenüber gingen die Neuzulassungen an Benzin- und Diesel-Fahrzeugen in 2012 weiter zurück. Eine aktuelle Marktanalyse des Automotive Institute for Management (AIM) an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden basierend auf Daten des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) zeigt, dass 2012 insgesamt 21.483 Hybrid-Fahrzeuge zugelassen wurden. Dieses ist eine Steigerung von 8.816 Fahrzeugen oder 69,8 Prozent zum Vorjahr 2011. Gegenüber 2010 handelt es sich sogar um eine Verdoppelung der Zulassungszahlen. Das Segment der Diesel-Fahrzeuge ist in demselben Zeitraum leicht geschrumpft; 2012 wurden 9.847 weniger mit Diesel betriebene PKW zugelassen als im Vorjahr, was einem Rückgang um 0,7 Prozent auf insgesamt 1.486.119 Fahrzeuge entspricht. Die größten Verluste waren hingegen bei Fahrzeugen mit Benzin-Antrieb zu verzeichnen. Insgesamt 96.396 weniger zugelassene Fahrzeuge als 2011 entsprechen einem Rückgang um 5,8 Prozent auf 1.555.241 Neuzulassungen. „Bezogen auf das Wachstum haben Fahrzeuge mit Hybridantrieb die etablierten Antriebsarten im vergangenen Jahr klar abgehängt,“ so Prof. Dr. Tobias Schäfers, Juniorprofessor am AIM und verantwortlich für die Marktanalyse.

Hybrid-Fahrzeuge erreichen Marktanteil von 0,7 Prozent

Zugleich stellte sich im Jahr 2012 das Wachstum der rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge deutlich geringer dar; zwar wurden 37,2 Prozent mehr Elektrofahrzeuge zugelassen als noch in 2011, damit fiel der Anstieg der Elektroauto-Neuzulassungen jedoch erstmals geringer aus als der Anstieg der Hybrid-Neuzulassungen. Zudem fallen Elektroautos mit insgesamt nur 2.956 Neuzulassungen bei einem Gesamtmarkt von 3.082.504 Neuzulassungen mit einem Anteil von 0,1 Prozent in 2012 kaum ins Gewicht. Das Segment der Hybrid-Fahrzeuge hingegen erreichte in 2012 einen Marktanteil von 0,7 Prozent und überholte auch Fahrzeuge mit Flüssiggas- und Erdgasantrieb, die zusammen 0,5 Prozent des Gesamtmarkts ausmachen.

Der stärkste Monat der Neuzulassungen von Hybrid-Fahrzeugen war im Jahr 2012 der Juni. Hier wurden insgesamt 2.511 Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb neu zugelassen, so viele wie noch nie zuvor. Gegenüber dem Juni des Vorjahres 2011 stellt dies eine Steigerung um rund 250 Prozent dar.

Bei Betrachtung der historischen Entwicklung zeigt sich, dass Fahrzeuge mit Hybrid-Antrieb solche mit Benzin- oder Dieselmotor beim Wachstum der Neuzulassungen deutlich abgehängt haben. In den Jahren 2006 bis 2012 stiegen die Hybrid-Neuzulassungen jährlich um durchschnittlich 31,6 Prozent. Im gleichen Zeitraum konnten Fahrzeuge mit Benzinmotor im Durchschnitt lediglich ein Wachstum um 0,1 Prozent erreichen; die Diesel-Neuzulassungen wuchsen um durchschnittlich 1,2 Prozent. Zudem zeigt sich, dass im Jahr 2012 insgesamt 3,2 Prozent weniger Diesel-Fahrzeuge zugelassen wurden als noch 2006; bei Fahrzeugen mit Benzinmotor ist sogar ein Rückgang um 18,6 Prozent zu verzeichnen. Demgegenüber wurden 2012 mehr als drei Mal so viele Hybrid-Fahrzeuge zugelassen wie noch in 2006 (+306,2 Prozent).

Eine Auswertung der Neuzulassungen nach Bundesländern zeigt, dass mit 4.693 Einheiten die meisten Hybrid-Fahrzeuge in Nordrhein-Westfalen zugelassen wurden. Zugleich weist dieses Bundesland das größte absolute Wachstum an Hybrid-Neuzulassungen auf: Gegenüber dem Vorjahr wurden 2.216 Fahrzeuge mehr als im Jahr 2011 zugelassen, was einer Steigerung um 89,5 Prozent entspricht. Der größte prozentuale Zuwachs konnte im Saarland verzeichnet werden, wo mehr als doppelt so viele Hybrid-Fahrzeuge zugelassen wurden (+108,2 Prozent), gefolgt von Schleswig-Holstein (+104,2 Prozent). Berlin ist das Bundesland mit dem größten Anteil der Hybrid-Neuzulassungen an allen Neuzu-lassungen. Die 1.078 dort in 2012 neu zugelassenen Hybrid-Fahrzeuge machen rund 1,5 Prozent aller Neuzulassungen aus.

„Unsere Analysen bestätigen, dass sich Hybrid-Fahrzeuge auf dem besten Weg aus der Nische heraus befinden,“ so Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch vom AIM. „Während rein elektrisch betriebene Fahrzeuge die Absatzerwartungen bisher noch nicht erfüllen konnten, stellt der Hybridantrieb eine wesentliche Brückentechnologie für die Elektrifizierung der Automobilbranche dar,“ ergänzt, Prof. Dr. Schäfers. Angesichts der voraussichtlich weiter steigenden Kraftstoffpreise werden alternative Antriebskonzepte wie der Hybridantrieb an Bedeutung gewinnen. Zudem sind die Hybrid-Fahrzeuge in einem schrumpfenden automobilen Gesamtmarkt eine positive Ausnahme.
Dass auch für die Zukunft von einer wachsenden Bedeutung von Hybrid-Fahrzeugen aus-gegangen werden kann, zeigen auch die Ergebnisse der im Oktober 2012 veröffentlichten AIM Hybrid-Studie. In einer repräsentativen Befragung von über 700 Benzin- und Diesel-Fahrern konnte sich mehr als jeder Zweite vorstellen, ein Fahrzeug mit Hybrid-Antrieb zu kaufen. Zugleich gaben nahezu 80 Prozent von insgesamt 214 befragten Hybrid-Fahrern an, sich auch in Zukunft wieder ein Hybrid-Fahrzeug kaufen zu wollen. „Diese Studienergebnisse erlauben erstmals einen empirisch fundierten Vergleich der Einstellungen und Wahrnehmungen von Diesel- und Benzin-Fahrern auf der einen Seite sowie Hybrid-Fahrern auf der anderen Seite“, so Prof. Dr. Esch.

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