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Studie: Secondary Buyouts generieren höhere Renditen als vielfach angenommen

Leipzig - Secondary Buyouts, d. h. Transaktionen, bei denen sowohl Verkäufer als auch Käufer eines Unternehmens Private-Equity-Fonds sind, generieren Renditen, die mindestens denen von Erstinvestments entsprechen – bei deutlich geringerem Risiko. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie "Take a Second Look at Secondaries: Owners That Raise Their Value-Creation Game Can Excel", die gemeinsam von der der HHL Leipzig Graduate School of Management und der Boston Consulting Group (BCG) erstellt wurde.

Die Studie geht der Frage nach, ob Secondary Buyouts tatsächlich zweitklassige Zieltransaktionen für Private Equity darstellen, weil sie weniger Wertsteigerungspotenzial besitzen. Basierend auf einer breiten Datengrundlage von Primary- und Secondary-Buyout-Transaktionen, ergibt die Untersuchung eine mittlere jährliche Rendite der Secondaries von 24 Prozent, verglichen mit 20 Prozent bei Primaries, die an Private-Equity-Investoren verkauft wurden. Zudem verdeutlicht die Studie, dass nicht Leverage-, sondern M&A-Aktivitäten der sicherste Weg sind, um die Renditen von Secondaries zu verbessern: Die mittlere jährliche Rendite von Secondaries, die eine Buy-and-Build-Strategie mit Hilfe von M&A verfolgten, betrug 25 Prozent – im Vergleich zu 15 Prozent bei denjenigen ohne M&A-Aktivitäten.

"Die konkurrenzfähigen Renditen von Secondaries, die sich an zusätzlichen Deals beteiligten, resultieren aus Synergien und operativen Verbesserungen infolge der Transaktion", erläutert Dr. Jens Kengelbach, BCG-Partner und Mitautor der Studie. "Daher verwundert es, dass weniger als 30 Prozent der Secondaries in unserer Stichprobe M&A-basierte Wachstumsstrategien verfolgen – obwohl Private-Equity-Firmen in der Regel M&A als einen wesentlichen Hebel zur Wertschaffung ansehen, vor Alternativen wie etwa geographischer Expansion und Pricing."

Tertiary Buyouts als Exit-Strategie

Viele Private-Equity-Experten sehen Tertiary Buyouts, d. h. den Weiterverkauf an einen dritten Finanzinvestor, als letzten Ausweg, der nur dann gewählt wird, wenn die IPO-Aufnahmefähigkeit des Marktes nicht gegeben ist oder strategische Käufer wenig Interesse an dem Asset zeigen. Die Ergebnisse der Studie stützen diese Sichtweise nicht: Renditen auf Secondaries, die an Dritte verkauft wurden, erreichten ein ähnliches Niveau wie die Renditen von Trade-Sales, d. h. dem Verkauf von Unternehmen (bzw. Unternehmensteilen) an Investoren. Die mittlere jährliche Rendite für Tertiaries lag bei 21,5 Prozent, verglichen mit 25,8 Prozent bei Trade Sales.

Auch gemessen an operativen Performance-Kennzahlen wie Umsatz und Ertragszuwachs schneiden Secondaries, die an einen dritten Finanzinvestor verkauft wurden, im Vergleich zu denjenigen, die durch einen Trade-Sale eräußert wurden, gut ab.

Secondary Buyouts spielen in der Private-Equity-Branche eine zunehmend wichtige Rolle: Das Volumen von Secondary- und weiteren Transaktionen belief sich in den ersten neun Monaten 2012 auf rund 56 Milliarden Euro. Dieser Trend wird auf absehbare Zeit anhalten. Verantwortlich dafür sind der starke Rückgang von Public-to-Private-Deals, der nur begrenzt aufnahmefähige IPO-Markt, sowie der nach wie vor hohe Anlagedruck bei Private-Equity-Firmen und der Performance-Druck von Seiten der Investoren auf die Fonds.

"Die Taktiken, die in der Vergangenheit zu hohen Renditen für Secondaries geführt haben, also M&A und Effizienzoptimierung, werden auch zukünftig Wert schaffen", resümiert Michael Brigl, BCG-Principal und Mitautor der Studie. "Zusätzlich sollten sich Eigentümer von Secondaries stärker auf organisches Wachstum konzentrieren. Zukünftig werden diejenigen Private-Equity-Firmen mit Secondaries erfolgreich sein, die organisches Umsatzwachstum forcieren können, während sie sich weiter an M&A beteiligen und operative Verbesserungen erzielen. Kurz: Um die Renditen ihrer Beteiligungen zu maximieren, müssen Private-Equity-Firmen darauf vorbereitet sein, die volle Palette an Wertschöpfungshebeln zu nutzen."

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