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Studie: Umweltrisiken von steigender Bedeutung für europäische Unternehmen

Frankfurt – Umweltrisiken sind für die Mehrzahl der europäischen Unternehmen eine wachsende Herausforderung. 66 Prozent sehen Umweltgefahren als zunehmendes Risiko für Unternehmen – und dies branchenübergreifend, wie die europaweite Studie des Versicherers ACE belegt.

„Umweltrisiken sind längst nicht mehr nur etwas, was Großkonzerne oder die sogenannte „verschmutzende“

Auch in Deutschland sind 65 Prozent der Befragten der Meinung, dass Umweltgefahren die Zukunft der Unternehmen im 21. Jahrhundert weiter beeinflussen werden. Nur 35 Prozent sprechen sich dagegen aus.

Der Umweltbereich war in den vergangenen Jahren großen Veränderungen ausgesetzt; durch ein verstärktes gesellschaftliches Bewusststein und die dadurch bedingten rechtlichen Entwicklungen. Nicht zuletzt die EU-Richtlinie, die seit April 2007 in Europa neue Regeln geschaffen hat und in Deutschland als Umweltschadensgesetz (USchadG) in Kraft getreten ist, brachte einschneidende Veränderungen mit sich, insbesondere für Unternehmen in Ländern, die weniger strikten Gesetzen unterlagen.

Die ACE Studie zeigt, dass bereits 43 Prozent der europäischen Unternehmen von Umweltschäden betroffen waren. Für viele (47 Prozent) sind aber auch Ereignisse wie die Umweltkatastrophe um die Bohrinsel Deep Water Horizon oder die gesteigerte Aufmerksamkeit durch Medien oder Umweltschützer (37 Prozent) ein Grund, Umweltrisiken höher zu bewerten und diesen eine größere Beachtung zu schenken.

Für Deutschland zeigt sich im europäischen Vergleich hingegen ein anderes Bild. Lediglich 21 Prozent der Unternehmen waren bisher selbst Opfer von Umweltkatastrophen. Durch Menschen ausgelöste Umweltschäden sehen 70 Prozent der Befragten in Deutschland als Auslöser, sich verstärkt mit Umweltrisiken auseinanderzusetzen. 59 Prozent gaben wiederum das gesteigerte gesellschaftliche Interesse als Grund für eine höhere Risikowahrnehmung an.

Eine Abweichung zu den europäischen Nachbarn zeigt sich auch beim Vergleich der Versicherungsdeckung. Laut ACE Studie verfügen 27 Prozent der deutschen Unternehmen über keinerlei Umweltversicherung. Der europäische Durchschnittswert beträgt hier lediglich 21 Prozent. Nur Italien liegt mit 28 Prozent noch vor Deutschland. Andererseits gaben 20 Prozent der deutschen Befragten an, eine andere Deckung vorzuhalten. In der europäischen Gesamtbetrachtung sind dies weniger als die Hälfte (9 Prozent).

„Umweltrisiken sind längst nicht mehr nur etwas, was Großkonzerne oder die sogenannte „verschmutzende“ Industrie betrifft. Heutzutage kann jedes Unternehmen durch Umweltschäden und daraus resultierende Betriebsunterbrechungen getroffen werden, oftmals noch verbunden mit Imageschäden“, erläutert Dr. Dankwart von Schultzendorff, ACE Country Manager für die deutschsprachigen Länder. „Wir sind in Deutschland mit unserem Umweltbewusstsein, aber auch mit unserer Umweltschutztechnik sehr weit; dennoch sollte jedes Unternehmen sein Umweltrisiko kennen und sich damit auseinandersetzen. Lücken müssen geschlossen werden, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Dazu gehört auch die richtige Versicherungsdeckung, denn unter Umständen deckt die Haftpflicht- oder Sachversicherung den speziellen Umweltschaden nicht“, so Dr. Dankwart von Schultzendorff.

Insgesamt nahmen mehr als 600 Unternehmen (Umsatzgröße ab 500 Millionen britischer Pfund/circa 625 Millionen Euro) in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und den Benelux-Staaten an der ACE Studie teil. Befragt wurden 606 Risk Manager, CROs, CFOs, COOs sowie für den Versicherungseinkauf verantwortliche Unternehmensleiter. Die Umfrage fand zwischen dem 13. April und dem 3. Mai 2012 statt und wurde von Opinion Matters durchgeführt.

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