KulinarikLifestyle

Superfood „Bone broth“ erlebt Re­nais­sance

6 Dollar für einen Pappbecher to go. Kaffee ist bei den Gesundheitsbewussten längst nicht mehr das Heißgetränk erster Wahl. Im Amerika steht man auf das selbstgebraute Süppchen. Wer will, mit einer Prise Meersalz, Kurkuma und schwarzen Pfeffer- das soll kicken. Der Markt ist heiß umkämpft. Für einen selbsternannten Zaubertrunk wie Knochenbrühe langt der Shop-Betreiber schon mal ordentlich hin. Tatsächlich aber erlebt die Knochenbrühe eine Renaissance – auch in Deutschland. Das liegt an den vielen Inhaltsstoffen und am Geschmack ohne Schnickschnack.

„Bone broth“ (englisch für Knochenbrühe) entsteht, wenn Knochen mehrere Stunden in Wasser vor sich hin köcheln. Schon die Großmutter wusste, Knochenbrühe schmeckt gut, gibt Kraft und ist gesund. Bei Erkältungskrankheiten kann ein heißes Süppchen, selbst gemacht versteht sich, helfen. Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen. Die Oma nahm dazu gerne ein ganzes Huhn. Wer lieber auf Säugetiere als auf Vögel abfährt, kocht einen Rinderknochen-Mix aus – wenn möglich in Bio-Qualität. Und die Kuh sollte ihr Leben auf der Weide verbracht haben. Allein schon aus ethischen Gründen.
Die Liste an Inhaltsstoffen ist lang. Kollagen zum Beispiel ist ein Bindegewebsprotein im Körper von Säugetieren. Es befindet sich u.a. in den Knochen. Und zwar hochdosiert. Kollagen enthält wichtige Aminosäuren. Dieses Kollagen braucht mindestens 90 Minuten im köchelnden Wasser, um sich aus den Knochen zu lösen. Wenn Knochenbrühe abkühlt, hat sie die Konsistenz von Pudding. Das liegt am erkalteten Kollagen (Gelatine).
Knochenmark von Tieren ist reich an Omega 3-Fettsäuren. Diese sind wichtig für einen gesunden Fettstoffwechsel, einen gesunden Darm, ein ausgereiftes Immunsystem und die Entwicklung des Gehirns.
Durch die Zugabe von Apfelessig löst sich während des Kochens Kalzium aus den Knochen. Das macht die „Bone broth“ zu einer guten Kalziumquelle.
Glukosaminogykane – dahinter verbergen sich Hyaloronsäure, N-Acetyl-Glucosamin und Chondritinsulfat. Diese drei Stoffe wirken im Darm und auf der Haut wie eine Art Schmierfilm. In der Haut binden sie Wasser und verleihen ihr mehr Glanz und Feuchtigkeit.
Diese und weitere Inhaltsstoffe machen die Knochenbrühe zu einer beliebten Trinkmahlzeit. Mittlerweile wird sie bei Darm- und Gelenkerkrankungen oder von Leistungssportlern eingesetzt.
Ob der Hype gerechtfertigt ist, soll jeder für sich entscheiden.
Reine Knochenbrühe ohne künstliche Zusätze gibt es in ausgewählten Geschäften oder im Internet. Bei der Eigenherstellung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.
1 Bio-Freilandhuhn oder 1 Kilo Bio-Weiderinderknochen auf etwas 3 Liter Wasser. Dazu 2 EL Bio-Apfelessig. Profis lassen die Brühe bis zu 24 Stunden köcheln. Drei bis vier reichen auch. Wer der Brühe einen vegetarischen Touch verleihen will, gibt Gemüse dazu. Schuhbeck würde „a bisserl“ Ingwer empfehlen.

Eine genaue Anleitung gibt es im Video.

Stichwörter

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiterlesen ...
Close
Back to top button
Close