NewsÖsterreichUnternehmen - aktuelle Wirtschaftsnachrichten zu Firmen

Telekom Austria Group verdreifacht Nettogewinn in den ersten drei Quartalen 2012

Wien – Die Telekom Austria Group konnte in den ersten neun Monaten des Jahres 2012 den Nettogewinn deutlich steigern: Nach 68,7 Mio. EUR im Vergleichszeitraum des Vorjahres betrug er per Ende September 180,1 Mio. EUR. Auch das operative Ergebnis (EBIT) verzeichnete einen erfreulichen Anstieg. Es wuchs von 208,8 Mio. EUR in den ersten drei Quartalen 2011 auf 388,1 Mio. EUR im Vergleichszeitraum 2012. Diese Steigerungen des Ertrags sind vor allem auf Kosteneinsparungen und den gesunkenen Aufwand für Restrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen. „Wir haben hart an unserer internen Effizienzsteigerung gearbeitet“, kommentiert Hannes Ametsreiter, CEO Telekom Austria Group, die Ergebnisse der ersten neun Monate. „Und wir bewegen uns in die richtige Richtung. Die Auswirkungen des intensiven Wettbewerbes in Verbund mit dem allgemein schlechten wirtschaftlichen Umfeld haben allerdings die Effekte unserer Anstrengungen gedämpft. Wir werden deshalb unsere internen Kosteneffizienzmaßnahmen fortsetzen und uns stärker auf unsere Kernkundensegmente fokussieren. Dank unserer international erfolgreichen Konvergenzstrategie haben wir dafür eine gute Ausgangssituation.“

Auf der Marktseite setzten sich die Entwicklungen des ersten Halbjahres mit zum Teil verstärkten Ausprägungen fort: Das makroökonomische Umfeld wirkte vor allem in Kroatien und Bulgarien negativ auf die Inanspruchnahme von Kommunikations-Dienstleistungen. Der heuer noch intensiver gewordene Wettbewerb im Mobilfunk führte insbesondere in Österreich, Bulgarien und Kroatien zu erheblichem Druck auf die Preise. Wie in den vergangenen Berichtsperioden führten zudem auch die regulatorischen Eingriffe zu weiteren Rückgängen bei Umsatzerlösen und Erträgen.

Das Management der Telekom Austria Group begegnete diesen marktseitigen Einflüssen einerseits mit dem Fokus auf konvergente Breitband-Angebote und auf Kundensegmente, die höherwertige Dienstleistungen und Produktbündel in Anspruch nehmen, und andererseits mit beschleunigten Kosteneinsparungen und Effizienzsteigerungen. Insgesamt konnte jedoch mit diesen Maßnahmen der Druck von der Marktseite nicht zur Gänze kompensiert werden. Der Konzernumsatz sank daher gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres um 3,8% auf 3.212,0 Mio. EUR, das bereinigte EBITDA ging um 4,5% auf 1.136,6 Mio. EUR zurück. Ohne die Auswirkungen von Fremdwährungseffekten in allen Segmenten und der inflationsbasierten Rechnungslegung im Segment Weißrussland wäre der Umsatz um 1,4% und das bereinigte EBITDA um 1,7% gestiegen.

Ausblick Telekom Austria Group

Das Management der Telekom Austria Group geht davon aus, dass der intensive Wettbewerb in den wichtigen Märkten Österreich, Bulgarien und Kroatien weiter anhalten und möglicherweise noch zunehmen wird. Daraus folgen Preiserosion und in Österreich die anhaltende Migration von Sprachminuten aus dem Festnetz zum Mobilfunk. Darüber hinaus werden vor allem in Bulgarien – aber auch in anderen Märkten – regulatorische Maßnahmen Umsatz und Ertrag der Gruppe beeinflussen. Auch der negative Einfluss der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung auf die Inanspruchnahme von Kommunikations-Dienstleistungen und auf das Preisgefüge wird anhalten.

Vor diesem Hintergrund bestätigt das Management den Ausblick: Für das Gesamtjahr 2012 wird ein Umsatz von rund 4,2 Mrd. EUR erwartet, das bereinigte EBITDA wird zwischen 1,40 und 1,45 Mrd. EUR betragen, Investitionen und der Free Cashflow werden jeweils zwischen 700 und 750 Mio. EUR liegen. Es wird eine Dividende von 0,05 EUR in Aussicht gestellt.

Hans Tschuden, CFO Telekom Austria Group, kommentiert die Entwicklung der ersten neun Monate: „Wir haben eine Stärkung der Eigenkapitalbasis um mehr als 30 Mio. EUR erreicht. Das konsequente Kostenmanagement, das in einem deutlich höheren Nettoergebnis resultierte und die positiven Währungseffekte haben die Dividendenausschüttung überkompensiert und damit unsere Eigenkapitalbasis gestärkt.“

A1, Österreich

Die ersten neun Monate waren von anhaltend intensivem Wettbewerb im Mobilfunk gekennzeichnet, während sich vor allem im dritten Quartal die Trends im Festnetz verbesserten. Dank der Nachfrage nach konvergenten Produktbündeln konnte von Juli bis September die Zahl der Festnetz-Breitbandanschlüsse um 4,1% auf 1.298.600 erhöht werden, die Gesamtzahl der Festnetzanschlüsse ging gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres leicht um 1,8% auf rund 2,3 Mio. Anschlüsse zurück. Die Gesamtzahl an Produktbündeln überstieg die Millionengrenze, die Kundenbasis bei A1 TV wuchs um 14,6% auf mehr als 213.100 Kunden. Der durchschnittliche Umsatz je Anschluss (ARPL) konnte im 3. Quartal erstmals seit Jahren um 1,3% gesteigert werden, per 30. September betrug er 32,2 EUR. Dieser Anstieg ist auf die konsequente Umsetzung der Konvergenzstrategie zurückzuführen.

Im Mobilfunk konzentrierte A1 die Marketingaktivitäten auf ein innovatives Tarifportfolio, um den bestehenden Kundenstamm zu sichern. Die Zahl der Kunden im Mobilfunk stieg um 1,9% auf mehr als 5,3 Millionen Kunden, jedoch ging der ARPU (Average Revenue Per User) um 1,8 EUR bzw. 9,1% zurück. Daher sanken die Umsatzerlöse in Österreich in den ersten neun Monaten um 5,7% auf 2.066,1 Mio. EUR. Neben dem Preisdruck im Mobilfunk ist dies auf die Substitution der Sprachtelefonie durch Mobilkommunikation und regulierungsbedingte Senkung der Roaming Tarife zurückzuführen. Das bereinigte EBITDA ging um 5,8% auf 703,1 Mio. EUR zurück.

Mobiltel, Bulgarien

In Bulgarien ging der Umsatz in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres um 9,3% auf 358,3 Mio. EUR zurück, das bereinigte EBITDA sank um 19,3% auf 164,5 Mio. EUR. Die Interconnection-Entgelte wurden mit 1. Juli 2012 zwischen 50% und 70% gesenkt. Zusätzlich bewirkte das ungünstige wirtschaftliche Umfeld eine spürbar geringere Inanspruchnahme von Kommunikations-Dienstleistungen. Der starke Wettbewerb drückte das Preisniveau deutlich nach unten. Kostensenkungsmaßnahmen konnten die negativen Auswirkungen des marktseitigen Drucks auf die Umsätze nicht kompensieren.

Trotz des angespannten Umfelds gelang es Mobiltel, die Zahl der Mobilfunkkunden um 4,6% auf über 5,5 Millionen Kunden und die Zahl der Festnetz-Anschlüsse um 30,4% auf über 142.800 zu steigern.

Vipnet, Kroatien

Auf dem kroatischen Markt zeigte sich in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres deutlich die positive Auswirkung der Konvergenzstrategie. Die Umsatzerlöse blieben mit 313,9 Mio. EUR nahezu stabil (-0,2%), das bereinigte EBITDA stieg um 9,5% auf 114,1 Mio. EUR. Während das Wettbewerbsumfeld im Mobilfunk auf Umsatz und Ergebnis der Vipnet drückte, konnte das im Vorjahr erworbene Kabelunternehmen B.net seine Marktdurchdringung steigern und mit konvergenten Angeboten Erfolge erzielen.

Die Zahl der Kunden im Mobilfunk sank um 3,9% auf knapp über 2 Millionen. Die Zahl der Festnetzanschlüsse konnte hingegen um 19,6% auf 158.500 und die Zahl der Breitband-Anschlüsse im Festnetz um 28,8% auf 81.200 gesteigert werden.

velcom, Weißrussland

In Weißrussland gingen in EUR gerechnet die Umsätze um 0,8% auf 217,9 Mio. EUR zurück. In lokaler Währung stiegen die Erlöse um 70,5%, eine Entwicklung, die nicht nur durch inflationsbedingte Preiserhöhungen, sondern auch durch Kundenzuwachs und höhere Nachfrage nach mobilen Breitbandlösungen getrieben wird. Das bereinigte EBITDA sank in EUR gerechnet um 10,1% auf 89,6 Mio. EUR, in lokaler Währung stieg es um 59,0% an.

Die Kundenbasis im Mobilfunk konnte um 4,8% auf rund 4,8 Millionen Kunden gesteigert werden. Die Zahl der mobilen Breitband-Verträge verdoppelte sich, sie stieg um 104,2% auf rund 713.700.

Si.mobil, Slowenien

In Slowenien konnte Si.mobil die erfolgreiche Ausrichtung auf das Kundensegment mit hoher Wertschöpfung fortsetzen. Dies zeigt sich auch in der Steigerung des durchschnittlichen Umsatzes je Kunden um 5,0% bzw. dem Umsatzanstieg um 5,0% auf 148,9 Mio. EUR. Die Kundenbasis konnte um 3,6% auf 653.500 gesteigert werden. Das bereinigte EBITDA wuchs um 13,1% auf 44,2 Mio. EUR.

Vip mobile, Republik Serbien

In Serbien hält die Wachstumsdynamik von Vip mobile unverändert an. Sowohl die Kundenzahl als auch die Inanspruchnahme von Kommunikations-Dienstleistungen je Kunde zeigen Wachstumsraten im zweistelligen Bereich. Vip mobile steigerte den Umsatz um 12,4% auf 117,1 Mio. EUR, das bereinigte EBITDA wurde um 62,6% auf 35,1 Mio. EUR verbessert. Die Zahl der Kunden stieg um 14,5% auf über 1,8 Millionen Kunden, der durchschnittliche Umsatz je Kunden stieg im 3. Quartal in lokaler Währung um 10,5%.

Vip operator, Republik Mazedonien

Vip operator konnte seine Position als starke Nummer 2 am mazedonischen Markt festigen. Der Umsatz von 44,7 Mio. EUR entspricht einem Wachstum von 13,6% im Vergleich zur Vorjahresperiode. Vip operator erreichte ein bereinigtes EBITDA von 9,3 Mio. EUR, das entspricht in etwa dem Siebenfachen des Wertes der Vergleichsperiode. Der Marktanteil konnte auf 27,2% erhöht werden. Die Zahl der Mobilfunkkunden stieg um 14,2% auf 626.300.

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Schaltfläche "Zurück zum Anfang"