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Tipps für werdende Eltern: Darauf sollten Sie achten

Mainz – Schon die Schwangerschaft stellt werdende Eltern vor eine große Herausforderung. Schließlich ändert sich das bisherige Leben spätestens, wenn das Baby das Licht der Welt erblickt hat. Auf diese Veränderungen sollten sich die Eltern schon rechtzeitig einstellen, damit der neue Tagesablauf nach der Geburt möglichst reibungslos funktioniert. Das geringste Problem stellt dabei noch die Erstausstattung für das Kind dar. Schwieriger fallen meist die bürokratischen Aufgaben, die ebenfalls rechtzeitig gelöst werden sollten. Hilfreiche Tipps gibt es in diesem Ratgeber.

Elternzeit rechtzeitig beantragen

Arbeitnehmer, die eine Elternzeit in Anspruch nehmen wollen, um sich in den ersten Monaten intensiv um das Kind zu kümmern, müssen das ihrem Arbeitgeber rechtzeitig melden. Spätestens sieben Wochen bevor die Elternzeit beginnt, muss dieser Antrag vorliegen. Für Frauen heißt das: Sie müssen den Antrag bis zu einer Woche nach der Geburt eingereicht haben. „Denn sie genießen acht Wochen nach der Geburt noch Mutterschutz“, wie der Rechtsanwalt Armin Jäger aus der Würzburger Kanzlei Lang, Tiemann & Kollegen erklärt. Frühestens kann die Elternzeit also in der achten Woche nach der Geburt anfangen. Väter, die auch die ersten Tage des Neugeborenen miterleben wollen, müssen ihren Antrag also schon sieben Wochen vor dem voraussichtlichen Geburtstermin einreichen. Die jungen Eltern müssen bei der Antragstellung außerdem bereits wissen, wie sie die zweijährige Elternzeit aufteilen wollen. Sie können beispielsweise eine zweijährige Pause einlegen oder schon nach einem Jahr wieder in Teilzeit in den alten Beruf zurückkehren. „Von der Festlegung für die zwei Jahre können Arbeitnehmer nur wieder abweichen, wenn der Arbeitgeber zustimmt“, sagt Jäger dazu. Die werdenden Eltern sollten sich diese Entscheidung im Vorfeld also gründlich überlegen. Eine Verlängerung um ein drittes Jahr ist übrigens möglich. Aber auch das ist nur mit einem Antrag möglich, für den die siebenwöchige Frist vor dem regulären Ablauf ebenfalls gilt.

Das Elterngeld richtig beantragen

Maximal 14 Monate lang können junge Eltern das Elterngeld in Anspruch nehmen. Während dieser Antrag bei Alleinerziehenden in der Regel problemlos bewilligt wird, gilt für Paare eine besondere Regelung: „Sie bekommen die staatliche Leistung nur dann für 14 Monate, wenn beide Elternteile Elternzeit nehmen“, informiert Armin Jäger. Wenn nur ein Elternteil die Elternzeit in Anspruch nimmt, gibt es höchstens 12 Monate lang Geld vom Staat. Für den vollständigen Anspruch auf 14 Monate muss der Partner mindestens zwei Monate lang vom Job pausieren. Der Antrag auf Elterngeld läuft über die Elterngeldstelle, der Ansprechpartner sitzt meist beim Jugendamt. Beantragt werden kann das Elterngeld erst nach der Geburt – die Eltern haben dann drei Monate Zeit, um den Antrag zu stellen.

Mutterschaftsgeld gibt es bei der Krankenkasse

Nicht vergessen sollten die werdenden Eltern, auch Mutterschaftsgeld zu beantragen. Sowohl für den Tag der Entbindung als auch für die entsprechenden Schutzfristen rund um die Entbindung gibt es Mutterschaftsgeld von den gesetzlichen Krankenkassen. Diese Leistung kann wegen der ärztlichen Bescheinigung, die dafür gebraucht wird, erst sieben Wochen vor der Entbindung beantragt werden. Die eigentliche Schutzfrist beginnt in der sechsten Woche vor der Niederkunft.

Das Kindergeld nicht vergessen

Der Antrag auf Kindergeld wird bei der Familienkasse in der zuständigen Arbeitsagentur eingereicht. Ausbezahlt kann das Kindergeld auch rückwirkend werden. Das gilt auf jeden Fall für das abgelaufene Jahr und höchstens für vier weitere Jahre. Als Anlage wird zum Antrag auch eine beglaubigte Geburtsurkunde benötigt.

Die Lohnsteuerkarte

Nachdem die elektronische Lohnsteuerkarte nunmehr eingeführt ist, werden die Daten automatisch ans Finanzamt gemeldet, sobald das Kind im Melderegister eingetragen ist. Der entsprechende Freibetrag, der dem Arbeitnehmer zusteht, wird automatisch berücksichtigt.

Versicherungen überprüfen

Junge Eltern sollten nach der Geburt auch ihre Versicherungen überprüfen und gegebenenfalls aktualisieren. Der Hauptverdiener sollte angesichts der größeren Verantwortung eine Risikolebensversicherung abschließen. „Wer bereits eine Risikolebensversicherung besitzt, kann nach der Geburt eines Kindes möglicherweise ohne erneute Gesundheitsprüfung die Versicherungssumme erhöhen“, erklärt Dieter Sprott von den Ergo Direkt Versicherungen. Bei bestehenden Policen lässt sich die Versicherungssumme unter Umständen aufstocken. Als Faustregel gilt für die Versicherungssumme der fünffache Betrag des jährlichen Nettoeinkommens als empfehlenswert. Ein Muss ist diese Versicherung, wenn finanzielle Belastungen gestemmt werden müssen, etwa beim Hausbau oder -kauf. Empfehlenswert ist außerdem der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Höhe des monatlichen Rentenbezugs sollte bis zu 80 Prozent des Nettoeinkommens betragen.

Foto: djd/Ergo Direkt Versicherungen

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