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Topökonomen fordern mehr Verlässlichkeit im Krisenmanagement

Führende Wirtschaftswissenschaftler in Deutschland befürworten die Lockerung in der Coronakrise, mahnen jedoch zugleich transparentes und partnerschaftliches Handeln an. Lars Feld, der Vorsitzende des Sachverständigenrats, zeigte sich in der „Welt“ (Samstagausgabe) „froh, dass nun verstärkte Lockerungen kommen und somit weitere Kenntnisse über die Corona-Pandemie möglich werden“. Für „besonders begrüßenswert“ hält er die „Ausdifferenzierung zwischen den Ländern, denn Mecklenburg-Vorpommern ist nun mal weniger betroffen als Bayern“.

Ähnlich äußerte sich Michael Hüther, Direktor des arbeitgebernahen Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW): „Es ist nicht mehr die Stunde der Verbote, sondern der Regeln.“ Vordringlich sei, „die Wertschöpfung wieder umfassend zu ermöglichen“. Für wirtschaftlich wichtig halten die Experten vor allem zwei Dinge: Verlässlichkeit und ein gemeinsames europäisches Vorgehen bei der weiteren Lockerung. „Die Unsicherheit ist enorm. Unternehmen brauchen aber Planungssicherheit“, sagt Achim Wambach, der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Entscheidend sind Wambach zufolge vor allem eindeutige Kriterien für den weiteren Öffnungskurs. „Wir brauchen einen klaren Öffnungsplan“, sagt auch die Nürnberger Ökonomin Veronika Grimm, die im April zu den Fünf Wirtschaftsweisen gestoßen ist. „Das ist deshalb so bedeutsam, da ein erfolgreicher Hochlauf nur entlang der gesamten Lieferketten stattfinden kann, die Erwartungen über das Verhalten anderer Unternehmen spielen da eine zentrale Rolle.“ Grimm hält hier ein gemeinsames europäischen Vorgehen für unabdingbar – schließlich machten die meisten Lieferketten nicht an Landesgrenzen halt.

Foto: Fahrgäste mit Mund-Nasen-Schutz, über dts Nachrichtenagentur

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