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UN-Beauftragter Annan gibt „Mission impossible“ in Syrien auf

Damaskus - Seit einem halben Jahr bemüht sich Kofi Annan um eine Waffenruhe in Syrien zwischen der Armee von Staatschef Baschar al-Assad und den Rebellen. Doch all seine Erfahrung hat dem früheren UN-Generalsekretär nichts genutzt. Entnervt wirft der UN-Sondergesandte das Handtuch. Er fühlt sich von der Weltgemeinschaft im Stich gelassen. Kofi Annan, Syrien-Beauftragter von UNO und Arabischer Liga: "Manche haben diese Aufgabe als 'Mission Impossible' bezeichnet. Ich habe sie angenommen, weil ich sie als heilige Pflicht angesehen habe, um dem syrischen Volk bei einer friedlichen Lösung dieses blutigen Konflikts zu helfen." Als "unmögliche Mission" erweist sich Annans Auftrag in der Tat. Sein Sechs-Punkte-Plan zur Beendigung der Gewalt wird von beiden Konfliktparteien ignoriert. Die Spirale der Gewalt dreht sich immer schneller, fast täglich werden neue Massaker gemeldet, hunderttausende sind auf der Flucht. Die Weltgemeinschaft ist gespalten und schaut zu. Kofi Annan, Syrien-Beauftragter von UNO und Arabischer Liga: "Ohne ernsthaften, entschlossenen und vereinten internationalen Druck, auch durch die Mächte in der Region, ist es für mich oder irgendjemand anderen unmöglich, die syrische Regierung, aber auch die Opposition zu zwingen, die notwendigen Schritte für eine friedliche Lösung einzuleiten." Annans Rückzug kommt einer Kapitulation der Weltgemeinschaft im Syrien-Konflikt gleich. Für Russlands Präsidenten Wladimir Putin ist der Schritt eine "große Schande". China äußert sein "Bedauern". Doch es sind gerade diese beiden UN-Vetomächte, die beharrlich Sanktionen gegen die syrische Regierung blockieren. Die USA machen deshalb Moskau und Peking für Annans Scheitern verantwortlich. Russland wirft dem Westen im Gegenzug vor, den Syrien-Konflikt durch Bewaffnung der Aufständischen zu befeuern. Witali Tschurkin, russischer UN-Botschafter: "Wir sind in der sonderbaren Lage, dass manche Länder reden und ihr Bedauern über die Gewalt in Syrien äußern, die gleichzeitig die Oppositionsgruppen mit Waffen beliefern." Noch im August endet das Mandat der UN-Beobachter in Syrien. Frankreich erwartet, dass die Mission dann das Land verlässt, weil im UN-Sicherheitsrat keine Einigung über das weitere Vorgehen absehbar sei. Auch das Mandat von Annan läuft Ende August aus. Bis dahin wollen die Vereinten Nationen einen Nachfolger präsentieren. Doch angesichts der Zerrissenheit der Weltgemeinschaft dürfte auch der scheitern an der "Mission impossible" in Syrien.

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