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Unterschiedliches Echo auf Verlängerung der Weihnachtsferien

Dass Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg die Weihnachtsferien wegen Corona um zwei Tage verlängern wollen, ist in den anderen Bundesländern auf unterschiedliches Echo gestoßen. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz Stefanie Hubig (SPD), sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", in ihrem Land beginnen die Ferien ohnehin schon am 21. Dezember, aber: "Dort, wo das nicht so ist, müssen das die zuständigen Kultusminister gemeinsam mit ihren Länderchefs entscheiden." Die Bildungsministerin von Schleswig-Holstein, Karin Prien (CDU), lässt ebenfalls Sympathien für den Vorschlag erkennen, auch wenn ihr Land gleichfalls nicht direkt betroffen ist.

"Der Vorschlag aus NRW zielt darauf ab, die Vorquarantänezeit für die Schüler zu verlängern. Für die Familien ist es gerade in diesen Pandemie-Zeiten besonders wichtig, möglichst unbeschwerte Weihnachtstage miteinander zu erleben", sagte sie der FAS. Ähnlich sieht es Sybille Benning (CDU), die stellvertretende Vorsitzende im Bildungsausschuss des Bundestages: Ferienverlängerung sei eine sinnvolle Idee, "damit die Familien die zusätzlichen Tage im Sinne einer Vor-Quarantäne nutzen". Skeptisch hingegen sind Niedersachsen, Bayern und Sachsen. Aus dem niedersächsischen Bildungsministerium hieß es gegenüber der FAS, die Idee einer "Quasi-Quarantäne" sei interessant, aber zwei Tage reichten dafür nicht aus: "Aus unserer Sicht hätten wir das gerne ermöglicht, aber vor dem Hintergrund dieser Informationen wäre eine Vorweihnachtsquarantäne in der vorgeschlagenen Form nicht vertretbar gewesen, weil sie die Familien und Angehörigen nicht verlässlich schützen würde." Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) sagte der FAS: "Es war der Wunsch der gesamten Schulfamilie, dass in diesem Schuljahr wieder Präsenzunterricht stattfindet." Dafür habe man einen umfassenden Hygieneplan entwickelt. "Wir sollten Schüler, Eltern und Lehrkräfte nicht mit Diskussionen über Schulferientermine verunsichern." Allerdings beobachte auch sein Haus die Entwicklung der Zahlen sehr genau. Skeptisch ist nach Information der FAS auch die Initiative "Eltern in der Krise". Sprecherin Sarah von Wehrs sagte der FAS: "Der Gedanke dahinter ist nachvollziehbar, aber was machen jetzt die Eltern, die all ihre Urlaubstage während der Schulschließungen aufgebraucht haben?" Wer solche Maßnahmen vorschlage, müsse im nächsten Atemzug erklären welche Lösungen es für diese Eltern gibt. "Oder auch die, die ihre Schichten schon geplant haben. Sonst wirkt es wie eine Maßnahme, die zu Lasten der arbeitenden Eltern geht", so von Wehrs. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Weihnachtsschmuck, über dts Nachrichtenagentur

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