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US-Außenhandelskammer besorgt über Trumps Steuerpolitik

Bernhard Mattes, Präsident der US-Außenhandelskammer in Deutschland (AmCham), machen die Steuerreformpläne der US-Regierung Sorgen. Mattes sagte der „Heilbronner Stimme“ (Montag): „Positiv wäre zu bewerten, wenn der Standort USA durch die angestrebten Steuerreduzierungen noch attraktiver wird. Allerdings klingen bei den Reformplänen protektionistische Elemente durch, wie eine indirekte Einfuhrsteuer. Das ist nicht im Interesse global agierender Firmen.“

US-Unternehmen wären davon negativ betroffen, sagte Mattes weiter, „denn sie sind nicht lokale, sondern globale Player. Wenn diese von solchen Maßnahmen ausgenommen würden und nur ausländische Konzerne solche Belastungen zu verkraften hätten, würde das zu einer klaren Wettbewerbsverzerrung führen.“ Die AmCham trete für „freien, aber auch für fairen Handel ein. Es müssen gleiche Bedingungen für alle auf beiden Seiten des Atlantiks herrschen. Neue Barrieren im transatlantischen Handel können wir uns nicht leisten.“ Positiv wertet Mattes die derzeitige Lage im transatlantischen Handel: „Der US-Markt und die Konjunktur sind nach wie vor stark, auch die Nachfrage nach deutschen Gütern ist weiterhin hoch. Das betrifft alle Bereiche, von den Konsumgütern bis zum Maschinenbau. Die Unternehmen haben – bis auf wenige Ausnahmen – ihre Investitionspläne für die USA nicht geändert. Das Handelsvolumen hat insgesamt nicht gelitten, sondern ist im Gegenteil sogar gestiegen.“ Zuversichtlich äußert sich Mattes zur Entwicklung in 2018: „Ich bin sehr positiv gestimmt und rechne mit einer stabilen und teils ansteigenden Konjunktur. Außenminister Sigmar Gabriel hat zudem kürzlich eine Neujustierung des Verhältnisses zu den USA gefordert. Wenn es ihm darum geht, dass sich Europa und Deutschland in der Partnerschaft mit den USA stärker mit ihren Interessen positionieren, ist der Wunsch Gabriels nachvollziehbar und richtig. Aber eine Neujustierung dürfen wir keinesfalls als Abkehr von den USA verstehen. Beide Märkte sind aufeinander angewiesen und eng miteinander verflochten.“ Der Kammerpräsident mahnte zudem eine zügige Regierungsbildung in Deutschland an: „Es ist absolut dringlich, dass Deutschland eine neue Regierung bekommt. Es drohen Verzögerungen in Gesetzgebungsverfahren. Wir brauchen auch eine starke Regierung, die für Freihandel steht und mit dazu beiträgt, dass die USA die Welthandelsorganisation WTO und ihre Regeln akzeptiert. Deutschland kann aber nur überzeugend seine Interessen vertreten, wenn wir selber eine starke Regierung haben, die nicht nur geschäftsführend, sondern voll handlungsfähig und aktiv ist. Wir dürfen nicht noch mehr Zeit verlieren.“

Foto: Dollarschein, über dts Nachrichtenagentur

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