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US-Ökonom gegen höhere Vermögensteuern in den USA

Der US-Ökonom Angus Deaton hat sich gegen höhere Vermögensteuern ausgesprochen, um die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in den USA zu schließen. „Die Ungleichheit ist das Resultat tieferliegender Probleme“, sagte Deaton dem „Spiegel“. Die müsse man zuerst lösen, dann könne man über das Steuersystem nachdenken.

Zu den Fragen, die nach seiner Ansicht vorrangig behandelt werden müssten, zählte der US-Wirtschaftsnobelpreisträger den mangelnden Wettbewerb und die unzureichende Regulierung im US-Medizinwesen. „Die Corona-Pandemie beweist einmal mehr, dass das US-Gesundheitssystem ein Sumpf ist“, sagte Deaton. „Mehr als 30 Millionen Menschen haben im Zuge der Krise ihren Arbeitsplatz verloren – und damit oft auch ihre Krankenversicherung.“ Zudem sei der US-Medizinsektor „übermäßig“ teuer und verschaffe Pharmaherstellern, Klinikbetreibern oder Ärzten hohe Profite. „Das System bringt sehr viele wohlhabende Menschen hervor, die es nicht wären, hätte der Staat ihnen nicht eine Lizenz ausgestellt, um andere übers Ohr zu hauen“, so Deaton. Der Ökonom nahm die Wähler von US-Präsident Donald Trump in Schutz, von denen viele zuletzt gegen die Corona-Quarantäne protestiert hatten. 80 Prozent der Covid-19-Fälle entfielen auf demokratisch regierte Bundesstaaten. „Wenn man also ein Republikaner in Montana ist, sieht man nicht ein, warum man nicht zur Arbeit gehen kann“, sagte Deaton. Ihm falle es schwer, dafür keine Sympathie zu haben.

Foto: US-Flagge, über dts Nachrichtenagentur

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