NewsÖsterreichSchlagzeilen - aktuelle WirtschaftsnachrichtenUnternehmen - aktuelle Wirtschaftsnachrichten zu Firmen

VERBUND AG – Jahreszahlen 2012 und Zukunftsausblick

Verbund Stausee Wien - Nachdem der österreichische Energiekonzern VERBUND AG gestern die Namen der im Januar angekündigten neuen Vorstandsmitglieder bekanntgab, stand am heutigen Mittwoch, den 06.03.13, die Verkündung des Jahresergebnisses an. Bereits im Vorfeld war bei einigen Analysten von Gewinnzunahmen bei leichtem Umsatzrückgang die Rede. Die VERBUND AG ist Österreichs größter Elektrizitätskonzern, der sich hauptsächlich den Geschäftsfeldern Strom-Erzeugung, -Handel und -Vertrieb widmet und dabei allein 40% des gesamten österreichischen Strombedarfs deckt. Das Unternehmen der Energiewirtschaft ist an der Wiener Börse notiert und befindet sich nach der Teilprivatisierung im Zuge des Börsenganges im Jahre 1988 zu 51% im Besitz der Republik Österreich. Über das 100%ige Tochterunternehmen Austrian Power Grid (APG) betreibt die VERBUND darüber hinaus das Hochspannungsnetz der Alpenrepublik. Das Unternehmen ist in rund 20 europäischen Ländern im Stromhandel aktiv und außerdem über Joint Ventures in Italien und der Türkei in der Stromerzeugung und dem Vertrieb tätig. Allerdings kündigte die VERBUND AG bereits vor einiger Zeit den Verkauf der Türkei-Aktivitäten an, um sich aus dem Türkei-Geschäft zurückzuziehen. Dabei ist die Rede davon, die Aktionäre an der Wertrealisierung durch einen erfolgreichen Verkauf partizipieren zu lassen, indem ihnen 1 Euro pro Aktie an Dividende zufließen soll. Doch nun zu den Zahlen des letzten Jahres.

Positive Jahreszahlen 2012 - Erhöhung der Dividende in Aussicht gestellt

Insgesamt konnte die VERBUND AG ihren Jahresumsatz um 4,8% erhöhen. Dieser lag somit bei rund 3,17 Milliarden Euro. Während das Konzernergebnis um 9,4% auf 389,3 Millionen Euro stieg, sank hingegen das operative Ergebnis um 12,4 auf 900,2 Millionen Euro. Die EBITDA (der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen), der die operative Leistungsfähigkeit eines Unternehmens beschreibt, stieg im letzten Jahr um 15,4 Prozent auf 1,234 Mrd. Euro. Aufgrund dieser Zahlen wurde eine Erhöhung der Dividende von 55 Cent pro Aktie auf 60 Cent angekündigt, über die allerdings die Aktionärsversammlung am 17.04.2013 erst noch entscheiden muss. Trotz dieses im Grunde recht optimistischen Ergebnisses sank der Kurs der VERBUND-Aktie am heutigen Handelstag in Wien von 16,840 zu Handelsbeginn auf 16,375.

Wasserkraft allein reicht künftig nicht aus

Analysten sind sich einig, dass das gute wirtschaftliche Ergebnis im letzten Quartal 2012 besonders durch die hohe Wasserführung bedingt sei. Die VERBUND AG, welche zu 90% der gehandelten Energie aus Wasserkraft gewinnt und sich konsequent dem Prinzip der Nachhaltigkeit verschrieben hat, könnte aber im nächsten Jahr durch die sinkenden Preise für ökologisch erzeugten Strom kaum größere Steigerungsraten realisieren. Der Wettbewerbsvorteil, der bisher auf der Seite der emissionsarmen Gas- und Wasserkraftwerken lag, beginnt zusehends zu schwinden. Hier gilt es, neue Geschäftsfelder zu generieren oder bereits vorhandene auszubauen.

VERBUND liefert Speicherlösungen für Photovoltaik

Neue Geschäftsfelder könnten über den Weg eröffnet werden, umweltfreundliche und zugleich kostengünstige Energielösungen für Privatkunden bereitzustellen und so für eine noch breitere Kundenbasis zu sorgen. Eine dieser Lösungen könnte die Photovoltaik sein. Die VERBUND AG betreibt bereits seit längerer Zeit zwei Photovoltaik-Kraftwerke in Spanien. Jetzt bietet die VERBUND als bisher einziges österreichisches Stromunternehmen „Photovoltaik plus Speicher“-Pakete an. Durch die Anbindung von Speichermedien an Photovoltaik-Anlagen im Privathaushalt besteht für die Nutzer die Möglichkeit, ihre Anlagen effizienter zu nutzen. Da Sonnenstrom in der Regel dann erzeugt wird, wenn der Verbrauch gering ist, laufen derzeit viele Solaranlagen ineffektiv. Mit der neuen Speicherlösung von VERBUND kann der im Privathaushalt erzeugte Solarstrom zwischengespeichert werden und erst wenn dieser Speicher voll ist, erfolgt die Einspeisung ins Netz. Der gespeicherte Strom kann dann in der sonnenarmen Zeit genutzt werden. Dies erhöht die Selbstnutzung eigenproduzierten Stroms von bisher 30 auf 60 Prozent und reduziert den Verbrauch öffentlicher Ressourcen. Dieses Angebot der VERBUND ist ein wichtiger Schritt in Richtung Innovation durch dezentrale Speicherlösungen in Kombination mit dezentraler Stromerzeugung unter Ausnutzung des vorhandenen Potenzials. Nicht zuletzt richtet die VERBUND einen großen Teil ihrer Anstrengungen auf die Entwicklung moderner, smarter Verbraucherlösungen, wobei der Kunde als „Prosumer“ (Konsument und Produzent) mit einbezogen wird. Auf diese Weise dürfte es dem österreichischen Stromerzeuger gelingen, seine Anteile weiter auszubauen. Foto: Verbund
Stichwörter

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weiterlesen ...
Close
Back to top button
Close