Verteidigungsministerin will Verlegung des Mali-Einsatzes prüfen

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) will eine Verlegung des Mali-Einsatzes der Bundeswehr in ein anderes Land prüfen. „In Mali hat die Bundeswehr den Auftrag, die dortige Armee auszubilden“, sagte sie der „Bild am Sonntag“. Und weiter: „Wir müssen jetzt auch prüfen, ob das Training der malischen Soldaten an einem anderen Ort, der für unsere Soldaten sicherer ist, genauso gut oder sogar besser möglich ist. Die Sicherheit unserer Soldaten steht für mich an erster Stelle.“

Lambrecht bekräftigte, dass sie mehr Debatten über die Auslandseinsätze der Bundeswehr im Bundestag wünscht. Die Entscheidung, wohin die Bundeswehr gehe, treffe das Parlament. „Deshalb dürfen, sollen und müssen Abgeordnete über jedes einzelne Mandat diskutieren und streiten. Wenn ein Politiker gegen einen Einsatz stimmt, stimmt er aber nicht gegen die Bundeswehr. Ich will, dass wir im Parlament wieder mehr über die Mandate reden und das Ziel von Einsätzen ständig überprüfen, denn die Abgeordneten schicken die Soldaten in den Einsatz und tragen damit die Verantwortung für sie“, so die Ministerin. Eine der größten Rüstungsentscheidungen, die Lambrecht bald treffen muss, ist die Nachfolge der Tornado-Kampfjets, die die nukleare Teilhabe Deutschlands sichern und im Ernstfall die in Deutschland stationierten US-Atombomben ins Ziel tragen würden. Lambrecht präferiert dabei einen kompletten Ersatz mit Eurofightern statt des Kaufs von US-Kampfjets vom Typ F18 oder F35. „Beim Eurofighter müssen wir klären, ob und wie schnell ihn die USA für atomare Waffen zertifizieren würden. Wir tun gut daran, auch eine europäische Lösung ganz konsequent zu prüfen“, so Lambrecht.

Sie hob aber hervor, sie werde „alle Optionen abwägen“. Wichtig sei, „dass wir die Tornados bis 2030 ersetzen“. (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Bundeswehr-Soldat mit Pistole, über dts Nachrichtenagentur

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