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Villa-Grisebach-Geschäftsführer attackiert Kulturstaatsministerin

Der Geschäftsführer des Berliner Auktionshauses Villa Grisebach, Bernd Schultz, attackiert in der "Welt" die Kulturstaatsministerin Monika Grütters für ihre Pläne zur Novellierung des Kulturgutschutzgesetzes. Er beschreibt in seinem Gastbeitrag die Auswirkungen der "Kamikaze"-Politik der Ministerin: In den letzten vier Monaten habe Kunst im Wert von einer Milliarde Euro das Land verlassen. "Es ist also genau das eingetreten, was das Gesetz augenblicklich zu verhindern versucht. Absurder und schlechter geht es nicht."

Eine tragische Fußnote sei, dass durch Monika Grütters Feindbilder aufgebaut würden, die längst überwunden schienen. Der große Aufstieg der Berliner Museumsinsel um 1900 zu einer Weltinstitution neben London, Paris und New York sei einem konzeptionellen Dreiklang zu verdanken: Museen, Sammler und Händler. "In den vergangenen Monaten hat sich leider deutlich gezeigt hat, dass der Kulturstaatsministerin nicht an einem Austausch von Sachargumenten gelegen ist. Dies weist auf ein mangelndes Demokratieverständnis hin, denn gerade diese Staatsform lebt von der konstruktiven Kontroverse." Bernd Schultz setzt jetzt alle Hoffnung auf den Bundesrat, deren Abgeordnete sicherlich mit ihren Museumsdirektoren sprächen: "Sie werden dann erfahren, dass aus Leipzig Gemä;lde von Max Beckmann abgezogen werden, das Kunstmuseum Bonn Werke von August Macke verloren hat und die Neue Pinakothek in München seit September einen weißen Fleck an der Wand hat, wo bis dato ein Caspar David Friedrich aus Privatbesitz als Leihgabe hing. Auch die Hamburger Kunsthalle meldet erste Verluste von gewichtigen Leihgaben."

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