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Wälder leiden immer stärker unter Insektenbefall

Deutsche Wälder sind immer stärker von Insekten befallen. So gingen im vergangenen Jahr von den insgesamt rund 60,1 Millionen Kubikmeter Schadholzeinschlag knapp 43,3 Millionen Kubikmeter auf Insektenschäden zurück, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Mittwoch mit. Das war fast 13 Mal so viel wie im Jahr 2015, damals waren es noch 3,3 Millionen Kubikmeter.

Die eingeschlagene Schadholzmenge insgesamt war im Jahr 2020 fast fünfmal so hoch wie 2015 (12,9 Millionen Kubikmeter). Die Hitze und Trockenheit der vergangenen Sommer mache den heimischen Wäldern immer mehr zu schaffen, so die Statistiker. Schädlinge wie der Borkenkäfer breiten sich in geschwächten Bäumen besonders schnell aus. Der Insektenbefall ist inzwischen die Hauptursache für das Fällen von Schadholzbäumen: Fast drei Viertel (72 Prozent) der insgesamt eingeschlagenen Schadholzmenge ließ sich 2020 darauf zurückführen. 2015 hatte der Anteil noch bei einem Viertel (26 Prozent) gelegen. Damals waren Wind und Sturm – darunter insbesondere Orkan Niklas im März 2015 – die Hauptursache für den Einschlag des Schadholzes, letztes Jahr gingen nur noch 17 Prozent auf diese Ursache zurück. Unter dem Borkenkäferbefall leiden zu 99 Prozent Nadelbäume wie Fichten, Tannen oder Kiefern. Die fortschreitende Schädigung des Waldbestands zeigt sich auch im wachsenden Anteil des Schadholzeinschlags insgesamt: Im vergangenen Jahr stammten drei Viertel (75 Prozent) des eingeschlagenen Holzes (80,4 Millionen Kubikmeter) von geschädigten Bäumen. Zum Vergleich: Im Jahr 2015 lag der Anteil des Schadholzes insgesamt von 55,6 Millionen Kubikmetern lediglich bei 23 Prozent. Insektenbefall und längere Trockenperioden können bei Bäumen auch zu Nadel- und Blattverlusten führen. Verlichtete Kronen sind daher ein nach außen sichtbares Zeichen für Waldschäden. Der Anteil an Bäumen mit deutlichen Kronenverlichtungen stieg laut der Waldzustandserhebung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auf 37 Prozent im Jahr 2020 (2015: 24 Prozent) – das ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1984. Nur gut ein Fünftel der Bäume (21 Prozent) wies demnach gar keine lichteren Kronen auf. Verschlechtert hat sich besonders der Zustand von Fichten und Buchen: Bei Ersteren stieg der Anteil der Bäume mit deutlichen Kronenverlichtungen von 28 Prozent im Jahr 2015 auf 44 Prozent im vergangenen Jahr. Bei Buchen nahm er binnen fünf Jahren von 33 Prozent auf 55 Prozent zu. (dts Nachrichtenagentur)
Foto: Wald, über dts Nachrichtenagentur

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