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Wahlforscher: Stimmungen der Deutschen schwanken schneller denn je

Der Chef der Forschungsgruppe Wahlen, Matthias Jung, hat davor gewarnt, aus den aktuellen Umfragen Schlüsse auf den Ausgang der Bundestagswahl am 26. September zu ziehen. „Der aktuelle Absturz der CDU ist real, er ist auch messbar“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Eine Umfrage sei jedoch keine Prognose.

„Ein Meinungsbild, das wir heute beschreiben, kann sich in drei Wochen schon wieder gedreht haben.“ Die Stimmung der Deutschen schwanke vor dieser Wahl schneller denn je. Das liege nicht nur an den über Jahrzehnte gelockerten soziologischen Bindungen aller Art, sondern auch an Kirchen oder Gewerkschaften. Hinzu komme eine Reihe ungewöhnlicher aktueller Faktoren: Erstmals gebe es im Kanzleramt niemanden, der um die Wiederwahl kämpft. Die Koalitionsperspektiven seien verschwommen, zudem schaffe Corona eine Dauerverunsicherung. „Und dann gibt es auch noch die Flut und Afghanistan.“ In dieser unübersichtlichen Lage, sagte Jung, müsse das Publikum Umfrageergebnisse „einfach als das nehmen, was sie sind: Beschreibungen eines Meinungsbildes in einem bestimmten Moment“. Sie zu überhöhen sei ebenso verkehrt wie der Versuch, sie beiseite zuschieben. Die Forschungsgruppe Wahlen hatte am Freitag für das ZDF-„Politbarometer“ erstmals seit 19 Jahren einen bundesweiten Vorsprung der SPD vor der CDU gemeldet. Für den Fall, dass die CDU am Ende doch wieder die Nase vorn haben könnte, erwartet Jung bereits, dass seine Branche ins Visier der Kritik geraten könnte: „Dann werden wir Demoskopen als Versager hingestellt.“ (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Wahllokal, über dts Nachrichtenagentur

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