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Welcher Bootsführerschein wird wo benötigt?

Der Bootsführerschein ist ein Thema, bei dem es schnell zu Verwirrung und Ratlosigkeit kommt. Ist es möglich, ein Boot ohne Bootsführerschein zu mieten, und wenn ein solcher vorliegt, darf dann in jedem Land problemlos in See gestochen werden?

Ohne Führerschein Boot fahren?

Es ist durchaus möglich, ein Boot zu mieten, ohne im Besitz von einem Bootsführerschein zu sein. Wer bspw. allein und ohne „Schein“ ablegen möchte, der hat die Möglichkeit, denn in einigen Ländern ist dies durchaus unter Einschränkungen möglich. Allerdings ist es empfehlenswert, nicht zu große Sprünge zu wagen, wenn keinerlei Erfahrung vorliegt.

Land Segelboot ohne Bootsführerschein Motorboot ohne Bootsführerschein Hausboote ohne Bootsführerschein
Deutschland < 15PS, nur Seeschifffahrtsstraßen, regionale Regelungen Bis 15 PS (Bodensee 6PS, Rhein 5PS) < 15 m, Max 15 PS (außer Rhein & Bodensee)
Niederlande <15 m < 15m; < 20km/h , 15m, max. 20 km/h
Kroatien <2,5 m Nein
Italien Nein Bis 40 PS Ja
Schweiz < 15 m² Segelfläche Bis 8,5 PS Ja

Allerdings haben sich einige Länder zusammengeschlossen und so die Regelungen vereinfacht. In den Ländern, in denen die Resolution gilt, ist es erlaubt, in den Gewässern zu fahren, wenn der Bootsführerschein dies auch im Heimatland erlaubt. Das heißt, wer hierzulande über einen Binnenschein verfügt, der darf auch in den anderen Ländern die Binnengewässer befahren. Dies gilt ebenfalls für Küste und Hochsee mit dem entsprechenden Bootsführerschein für diese Gewässer.

Um es auf den Punkt zu bringen: Einen internationalen oder europäischen Bootsführerschein gibt es nicht.

Bootsführerschein in Deutschland – die diversen Scheine

Wer sich für einen Bootsführerschein interessiert, der muss sich zuerst darüber klar werden, mit was für einem Boot er ablegen möchte. Denn in Deutschland gibt es verschiedene Scheine, die für die unterschiedlichen Bootstypen gelten und das auf verschiedenen Revieren. Hinzu kommen Funkkenntnisse und der kleine Pyroschein – über all das muss jeder Bootsführer Bescheid wissen.

Für besonders eilige gibt es die Möglichkeit, bei der Bootsfahrschule Müritz innerhalb von wenigen Tagen den Bootsführerschein zu machen.

Auf den führerscheinpflichtigen Booten im Freizeitbereich ist ausschließlich der Bootsführer, also derjenige der die Verantwortung an Bord trägt, verpflichtet einen Bootsführerschein zu besitzen – jedoch nicht der Rudergänger. Dabei handelt es sich um die Person, die am Steuer steht und die Anweisungen des Bootsführers ausführt. Somit ist es durchaus möglich, ein führerscheinpflichtiges Boot zu steuern, ohne auch nur im Besitz eines entsprechenden Führerscheins zu sein – sofern der verantwortliche einen solchen besitzt.

Bis Ende der 60er Jahre gab es ausschließlich die Segelscheine des Deutschen Seglerverbandes (DSV). Doch heute gibt es nur noch die amtlichen Sportbootführerscheine. Eigengeführt wurde der erste amtliche Sportbootführerschein im März 1967 und am 01. Oktober 0198 löst der Sportküstenschifferschein den letzten DSV-Schein ab. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich, alte DSV-Schein in amtliche Scheine umzutauschen. Jeder amtliche Schein erhält das internationale Zertifikat der UN.

Wie ist es um die Funkzeugnisse bestellt?

Es ist für jemanden, der nur ein Motorboot fahren oder segeln will, dass dieses Thema fast schon wichtiger ist, als der Erwerb des Bootsführerscheins. Denn besonders heute im Zeitalter der grenzenlosen Kommunikation muss jedem klar gemacht werden, dass auf den Schiffen und den meisten Booten ein Funkgerät eine Selbstverständlichkeit ist. Hier sind nur zwei Dinge zu nennen: Die Alarmierung von Hilfe im Notfall oder für die Schiffslenkung, die von Land aus erfolgt. Denn bei dieser werden gelegentlich auch Yachten angesprochen bzw. müssen diese angesprochen werden.

Sobald ein Funkgerät an Bord ist, muss der Schiffsführer Funkkenntnisse besitzen – egal ob dieses genutzt wird oder nicht. Seit 2005 sind Funkzeugnisse auch für die Sportschifffahrt Pflicht geworden. Bootsführer, die nicht über ein Funkzeugnis verfügen, die müssen mit einer harten Bestrafung rechnen. Selbst Länder, in denen keine Führerscheinpflicht für Sportboote und Yachten besteht, reagieren rigoros bei funkrechtlichen Verstößen. Daher beginnen manche ihre Wassersportausbildung mit dem Funkzeugnis.

Jeder angehende Bootsführer sollte stets das passende Funkzeugnis erwerben. IN dieser Hinsicht gibt es drei verschiedene Funkzeugnisse für die Sportschifffahrt. Wichtig ist hier zu wissen, dass wer kein Englisch spricht, sich auf das Sprechfunkzeugnis für den Binnenschifffahrtsfunk beschränken muss. Eine kleine Englischprüfung steht bei den Seefunkzeugnissen an.

Letztendlich ist das Funkgerät auf See das wichtigste Hilfsmittel im Notfall, doch auch vor einem Notfall, bspw. wenn die Sicherheit des Schiffs bedroht ist oder eine Person in Gefahr ist, muss über Funk eine Rettungsleitstelle informiert werden. Nur das Funkgerät ermöglicht eine direkte Verbindung zu anderen Schiffen und zu den einschlägigen Einrichtungen an Land. Handys helfen hier nicht weiter. Da in einer Stresssituation der genaue Schiffsort nicht übermittelt werden kann, ist an jedes Funkgerät ein GPS-Navigator angeschlossen. Kommt es zum Notfall, muss lediglich die rote Alarmtaste betätigt werden. Selbst auf den Binnenschifffahrtsstraßen wird der gesamte Verkehr über Funk geregelt. Denn ein Schiff kann an einer Einmündung nicht warten und überprüfen, ob frei ist. Ebenfalls kommt das Funkgerät beim Schleusen, Überholen und Wechsel der Fahrwasserseite zum Einsatz. Oftmals haben Binnenschiffe daher mindestens zwei, wenn nicht sogar drei oder vier Funkgeräte an Bord.

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