Widerstand in der Union gegen Kardinal Meisners Aufruf zum Kinderkriegen

Berlin – Der Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner ist mit seinen Äußerungen zur Familienpolitik auf breiten Widerstand in der Union gestoßen. In der „Stuttgarter Zeitung“ hatte Meisner erklärt: „Wo werden Frauen wirklich ermutigt, zu Hause zu bleiben und drei, vier Kinder auf die Welt zu bringen? Hier müsste man einsetzen und nicht nur Zuwanderung als Lösung unserer Demografieprobleme präsentieren.“ Rita Pawelski (CDU), Vorsitzende der Gruppe der Frauen der CDU/CSU-Fraktion, sagte der „Bild-Zeitung“ (Donnerstagausgabe): „Ein klares Ja zu mehr Kindern. Aber nicht zu Lasten der Frauen. Kinder haben auch Väter. Beide müssen sich um die Erziehung der Kinder kümmern. Dann können auch beide berufstätig sein.“

Unionsfraktionsvize Günter Krings (CDU) verwies gegenüber dem Blatt zudem darauf, dass wegen des neuen Unterhaltsrechts längere Auszeiten im Job später zum Nachteil für Mütter werden könnten: „Das Unterhaltsrecht hält heute manche Paare von einer längerfristigen Rollentrennung zwischen Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung und damit von einer größeren Kinderzahl ab.“ Contra gibt es auch vom CSU-Nachwuchs: Katrin Albsteiger, Chefin der Jungen Union in Bayern, zu „Bild“: „Es wäre schön, wenn sich mehr Menschen dazu entscheiden würden Kinder zu bekommen. Dennoch bleibt es eine zutiefst private Entscheidung, die nicht erzwungen werden kann. Wie Eltern die Betreuung und Erziehung gestalten ist ebenfalls Privatsache. Die Politik hat die Aufgabe Wahlfreiheit zu schaffen und die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen. Und wer sagt eigentlich, dass es immer die Mutter sein muss, die beim Kind Zuhause bleibt? Es gibt auch Väter“, betonte Albsteiger.

Foto: Kleinkind auf Spielplatz, über dts Nachrichtenagentur

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