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Wirtschaftsweise: Vierte Welle kann Lieferengpässe verschlimmern

Die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer rechnet damit, dass der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung seine Wachstumsprognose für 2022 anpassen muss. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sei seit der Übergabe des Jahresgutachtens am 10. November drastisch gestiegen, sagte sie dem „Mannheimer Morgen“ (Donnerstagausgabe). Die Corona-Maßnahmen würden den Aufschwung ins nächste Jahr verschieben.

„Ich erwarte aber noch immer eine vier vor dem Komma“, sagte sie. Bisher geht der Sachverständigenrat für 2022 von einem Wirtschaftswachstum in Höhe von 4,7 Prozent aus. „Das Hauptproblem aktuell sind die Lieferengpässe. Sie können sich allerdings durch die Wucht der vierten Welle verstärken, wenn es zum Beispiel in China wegen der Pandemie wieder zu Fabrik- oder Hafenschließungen kommt“, sagte sie.

Schnitzer geht davon aus, dass die Inflation im nächsten Jahr wieder deutlich sinken wird. Voraussetzung sei allerdings, dass es keine Lohn-Preis-Spirale geben werde.

„Die bisherigen Tarifabschlüsse in diesem Jahr waren sehr moderat“, sagte sie. „Es sieht also nicht so aus, als würden die Gewerkschaften übertriebene Abschlüsse anstreben. Wenn das so bleibt, könnte die Inflationsrate Ende 2022 wieder auf zwei Prozent fallen. Ich warne deshalb vor einer falschen Panikmache.“

Schnitzer kritisierte, dass die alte Bundesregierung sich nach Lars Felds Ausscheiden auf keinen Nachfolger einigen konnte. Seitdem besteht das Gremium nur noch aus vier Mitgliedern.

Deshalb enthält das Jahresgutachten in einem Punkt zwei Positionen, weil sich das Gremium nicht einigen konnte. „Ich hoffe, dass die Ampel das jetzt schnell auf die Reihe kriegt, und wir bald wieder vollzählig sind.“ (dts Nachrichtenagentur)

Foto: Container, über dts Nachrichtenagentur

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