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WissenschaftsCampus Mannheim: Brücken zwischen juristischer und ökonomischer Forschung

Die Zusammenarbeit von Juristen und Ökonomen in Wirtschaft und Wissenschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eine Fortentwicklung des wirtschaftsrechtlichen Rahmens im Dienste der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands und Europas setzt ein grundlegendes Verständnis für die jeweils andere Disziplin voraus. Dasselbe gilt für die Evaluierung der Wettbewerbs- und Regulierungspraxis. Der WissenschaftsCampus „Mannheim Centre for Competition and Innovation (MaCCI)“ will durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit die bislang weitgehend getrennten Forschungsansätze der juristischen und ökonomischen Analyse von Wettbewerbs-, Regulierungs- und Innovationsfragen besser miteinander verzahnen.
Ziel ist es, ein international renommiertes Zentrum der juristischen und ökonomischen Forschung zu etablieren.
In der Wettbewerbs-, Regulierungs- und Innovationspolitik wurden sowohl auf der Ebene der Europäischen Union als auch auf Bundesebene in den letzten Jahren wesentliche Veränderungen angestoßen. So schlägt die EU2020-Agenda weitreichende Reformen vor, die auf eine nachhaltige Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit Europas abzielen. Die jüngste Novelle des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) nähert das deutsche Wettbewerbsrecht an die europäischen Wettbewerbsvorschriften an. In der Anwendung des Wettbewerbs- und Regulierungsrechts wird verstärkt auf ökonomische Methoden zurückgegriffen. Der Erfolg dieser Reformen hängt daher nicht zuletzt von einer effektiven Zusammenarbeit von Juristen und Ökonomen ab.
In den ersten eineinhalb Jahren seines Bestehens hat der WissenschaftsCampus MaCCI auf verschiedenen Ebenen konsequent den Austausch zwischen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften ausgebaut. Neben zahlreichen gemeinsam konzipierten Tagungen und Vortragsreihen lag der Schwerpunkt der Kooperation auf gemeinsamen Forschungsprojekten. So wurden für das BMWi mehrere juristisch-ökonomische Studien zum Thema Netzneutralität erstellt. Ein weiterer Fokus lag auf dem Thema „Private Durchsetzung des Wettbewerbsrechts“. Die EU-Kommission hat sich in den letzten Jahren eine Stärkung der privatrechtlichen Durchsetzung von Wettbewerbsregeln durch Schadensersatzansprüche zum Ziel gesetzt. Im MaCCI ist in diesem Kontext intensiv zu Methoden der Schadensberechnung und zur Einbindung dieser Methoden in die materiell-rechtlichen und prozessualen Regeln des Schadensersatzprozesses gearbeitet worden.
Der WissenschaftsCampus MaCCI verfolgt generell das Ziel, Forschungsprojekte insbesondere an der Schnittstelle juristischer und ökonomischer Forschung in den Bereichen Wettbewerb, Regulierung und Innovation zu initiieren. Die Schwerpunkte liegen auf der Grundlagenforschung, der angewandten theoretischen und empirischen Forschung sowie der rechtsvergleichenden und rechtsökonomischen Forschung. MaCCI stärkt damit sowohl die Position der deutschen Rechtswissenschaft im europäischen Diskurs als auch die Praxisrelevanz der Ökonomie. Er bietet zusätzliche Profilierungs- und Karrierechancen für Nachwuchswissenschaftler und verbessert nachhaltig die Bedingungen der beteiligten Institutionen auf dem internationalen Markt für den wissenschaftlichen Nachwuchs.
Der WissenschaftsCampus MaCCI wird gemeinsam getragen durch die Abteilung Rechtswissenschaft und die Abteilung Volkswirtschaftslehre der Universität Mannheim und das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Die Leibniz-Gemeinschaft und insbesondere das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg unterstützen den Aufbau des WissenschaftsCampus finanziell.

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