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Zahl der Langstrecken-Tiertransporte gesunken

Die Zahl der Langstreckentransporte von lebenden Tieren in Länder außerhalb des Schengenraums hat zwischen 2018 und 2019 deutlich abgenommen. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) berichten. Demnach wurden 2018 67.860 lebende Zuchtrinder aus Deutschland in Länder außerhalb des Schengen-Gebiets exportiert.

2019 waren es noch 52.435 – fast 23 Prozent weniger. Der Einbruch ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Zahl der Transporte in die Türkei deutlich zurückgegangen ist: Wurden 2018 noch 15.238 als Zuchttiere deklarierte Rinder in die Republik gebracht, waren es im Jahr darauf nur noch 1.951, berichten die Zeitungen. Das bedeutet einen Rückgang um rund 87 Prozent. In andere Länder wurden dagegen mehr Tiere exportiert. So stieg die Zahl der nach Russland gebrachten Zuchtrinder um rund 29 Prozent. Experten der Tierschutzorganisation „ProVieh“ führen den Rückgang der Transporte in die Türkei zum einen auf mehrere Tierschutzskandale zurück, zum anderen auf einen Beschluss der Agrarministerkonferenz. Die Agrarminister von Bund und Ländern hatten die Behörden im Herbst 2018 gebeten, bei der Genehmigung von Transporten zu berücksichtigen, dass gerade in den Sommermonaten die für Transporte erlaubten Temperaturen in den Lkw häufig überschritten werden. Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag, beklagt, dass die europäischen Regeln für Tiertransporte häufig nicht eingehalten würden. „Die Versorgung der Tiere ist auf ihren mehrtägigen Reisen ist nicht sichergestellt und die Transportfahrzeuge sind mangelhaft“, sagte Ostendorff den Funke-Zeitungen. „Zehntausende Tiere verlassen europäischen Grenzen, obwohl die Tiere sowohl auf dem Weg, als auch in ihren Bestimmungsländern grausam Leiden.“ Ostendorff fordert deshalb eine Begrenzung der Transportdauer, auf maximal vier Stunden in Deutschland und acht Stunden international. „Lebendexporte in außereuropäische Länder müssen verboten werden“, so der Grünen-Politiker. Das „notorische Schweigen“ von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) zu Tiertransporten aus Deutschland sei sehr bedauerlich, sagte er. „Der Flickenteppich bei den Tiertransporten in Deutschland ist sehr unglücklich und Julia Klöckner sollte ein bundeseinheitliches Moratorium herbeiführen.“ Mehrere Bundesländer hatten zuletzt beschlossen, bis auf weiteres keine Langstrecken-Transporte ins außereuropäische Ausland mehr zu genehmigen. Darunter waren Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen.

Foto: LKW, über dts Nachrichtenagentur

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