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Zeitung: Bertelsmann verzichtet auf Börsengang

Gütersloh - Der Medienkonzern Bertelsmann strebt nicht mehr an die Börse. "Der Börsengang ist vom Tisch. Die Familie will keinen IPO", sagte ein Vertrauter der Eigentümerfamilie Mohn am Wochenende dem "Handelsblatt" (Montagausgabe).

"Für einen Börsengang fehlt dem Konzern zudem eine kontinuierliche Wachstumsstory", sagte der Insider zur Begründung. Bertelsmann-Vorstandschef Thomas Rabe hatte am Freitag in einer Telefonkonferenz zu der soliden Halbjahresbilanz auf die Frage nach einem Börsengang nur ausweichend geantwortet. Aus seiner Vorliebe für die Finanzierung über die Börse machte der 47-jährige Finanzspezialist jedoch nie einen Hehl. Noch Ende März, ein Vierteljahr nach der Übernahme des Chefsessels in Gütersloh, sagte Rabe anlässlich der Umwandlung der nicht börsennotierten Aktiengesellschaft (AG) in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) & Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA): "Wir können weitere Gesellschafter aufnehmen und gegebenenfalls das Unternehmen an die Börse führen." Doch die Option des Börsengangs wurde von der Familie Mohn als Alleineigentümer nun offenbas gestrichen. Mit der Erfahrung von geplatzten Börsenplänen ist Rabe in der Geschichte von Bertelsmann nicht allein. Vor einem Jahrzehnt verfolgte Thomas Middelhoff ebenfalls Börsenpläne. Am Ende trennten sich die Mohns von ihrem Konzernlenker. Auch 2006 verhinderte die Mohn-Familie den Verkauf des 25-prozentigen Anteil des belgischen Mitgesellschafters Alberte Frére an der Börse. Die Mohns kauften am Ende die Frére-Anteile zurück und nahmen dafür eine höhere Verschuldung des Konzerns in Kauf. Diesen Weg will Liz Mohn mit ihrem Sohn Christoph, dem designierten Bertelsmann-Aufsichtsratschef, auch diesmal gehen. Um notwendige Zukäufe zu finanzieren, wollen sie neben Eigenkapital auch Fremdkapital beispielsweise über Unternehmensanleihen aufnehmen. Eine höhere Verschuldung nehmen sie dafür ähnlich wie damals bei Frére in Kauf. "Den Verschuldungsgrad auf 3,2 zu erhöhen, ist für den Konzern kein Problem", sagte ein Mohn-Vertrauter am Wochenende zur Begründung. Bislang galt als Regel, dass das Verhältnis der wirtschaftlichen Schulden zum operativen Ergebnis (Ebitda), im Finanzjargon auch Leverage-Faktor genannt, maximal 2,5 betragen kann.

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