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Deutscher Botschafter in Russland einbestellt – „Offen für Dialog“

Russland hat am Freitag die Botschafter zahlreicher westlicher Länder einbestellt, darunter auch den deutschen Vertreter. Deutschland sei weiterhin offen für den Dialog mit Moskau, zitierte die russische Nachrichtenagentur Interfax nach dem Termin den deutschen Botschafter. Hintergrund ist der Fall Skripal: Die britische Regierung wirft Russland vor, für den Nervengift-Anschlag auf einen ehemaligen russisch-britischen Doppelagenten Anfang März in der englischen Stadt Salisbury verantwortlich zu sein.

Skripal, einst Oberst des sowjetischen und später russischen Militärnachrichtendienstes GRU, war zum britischen Geheimdienst übergelaufen und 2004 in Russland deswegen verhaftet worden. 2010 war er begnadigt und zusammen mit drei weiteren westlichen Spionen gegen zehn vom FBI verhaftete russische Spione ausgetauscht worden. Nach dem Anschlag Anfang März diesen Jahres hatten Großbritannien und zahlreiche westliche Länder russische Diplomaten ausgewiesen, darunter auch Deutschland. Handfeste Beweise für eine Beteiligung Russlands wurden der Öffentlichkeit bislang nicht vorgelegt. Russland bestreitet jede Beteiligung. Als Gegenreaktion auf die diplomatische Isolation durch westliche Staaten hatte Russland bereits am Donnerstag die Ausweisung von mindestens 60 US-Diplomaten angekündigt. Das US-Konsulat in St. Petersburg werde zudem geschlossen, sagte Russlands Außenminister Sergei Lawrow am Donnerstagabend. Aber auch die Diplomaten anderer Länder, die sich an dem diplomatischen Boykott beteiligt haben, sollen womöglich nach Hause geschickt werden, hieß es. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die ebenfalls schwer verletzte Tochter Skripals nun außer Lebensgefahr ist. Sergei Skripal selbst soll weiter in einem „kritischen, aber stabilen Zustand“ sein.

Foto: Deutsche Botschaft im Ausland, über dts Nachrichtenagentur

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