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Ex-IWF-Chefökonom hält Italiens Schulden für tragfähig

Der frühere Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Olivier Blanchard, hält die Schulden Italiens für tragfähig. Italien könne seine Schulden tragen, wenn die Europäische Zentralbank (EZB) und die Regierungen der Euro-Zone gemeinsam dafür sorgten, dass die Zinsen für italienische Staatsanleihen niedrig blieben, sagte der französische Ökonom, der am Peterson Institute for International Economics (PIIE) in Washington forscht, dem „Handelsblatt“ (Mittwochsausgabe). „Ich glaube, dass Italien das schaffen kann – auch wenn ich weiß, dass die deutsche Öffentlichkeit skeptisch ist“, so Blanchard weiter.

Da die italienischen Schulden zum tragbaren Zinssatz sicher seien, solle die EZB bereit sein, den Investoren italienische Staatsanleihen abzukaufen und damit den niedrigen Zinssatz aufrechtzuerhalten. Wenn die Krise anhalte, müsse die Unterstützung Italiens im Rahmen eines Programms des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und mit Unterstützung der EZB durch Käufe von Staatsanleihen (Outright Monetary Transactions, OMT) geschehen, so der Ökonom weiter. „Die Konditionalität wäre sehr einfach: Verwenden dürfen die Empfängerländer das Geld nur zur Bekämpfung der Gesundheitskrise und ihrer wirtschaftlichen Auswirkungen. Ich denke, dies ist eine Botschaft, die sowohl die Italiener als auch die Deutschen verstehen und akzeptieren können“, sagte Blanchard dem „Handelsblatt“. Gemeinsame Pandemie-Anleihen der Euro-Zone seien dafür nicht unbedingt notwendig. „Wenn wir früher Euro-Anleihen und einen liquiden Euro-Anleihenmarkt geschaffen hätten, wären diese Instrumente jetzt sehr nützlich“, so der ehemalige IWF-Chefökonom.

Foto: Blick über Rom, über dts Nachrichtenagentur

 

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