Burj Al Babas: Die luxuriöseste Geisterstadt der Welt

Burj Al Babas: Die luxuriöseste Geisterstadt der Welt


Inmitten der malerischen Landschaft der türkischen Provinz Bolu erhebt sich die bemerkenswerte Anlage von Burj Al Babas, eine Ansammlung von Hunderten prächtiger Mini-Schlösser, die von der Sarot Group entworfen und entwickelt wurden. Dieses ambitionierte Projekt, das als eine der exklusivsten Wohnanlagen der Welt konzipiert war, ist jedoch zu einer Geisterstadt geworden, deren Häuser leer und ungenutzt dastehen.

Die Vision der Sarot Group

Die Sarot Group, ein renommiertes türkisches Immobilienunternehmen, hatte große Pläne für Burj Al Babas. Sie wollten eine einzigartige Wohngemeinschaft schaffen, die Luxus, Eleganz und Exklusivität miteinander vereint. Inspiriert vom Disney-Stil, wurden 732 maßgeschneiderte Villen mit einer Größe von jeweils rund 400 Quadratmetern entworfen, die mit Türmen, Erkern und aufwendigen Verzierungen versehen sind.

Das Ziel war es, eine Art „Disneyland für Erwachsene“ zu schaffen, in dem wohlhabende Käufer aus aller Welt ihre Traumvillen erwerben und in einer märchenhaften Umgebung leben könnten. Jede Villa sollte über luxuriöse Ausstattungen wie private Schwimmbäder, Spas und Fitnessräume verfügen, um den Bewohnern ein Höchstmaß an Komfort und Exklusivität zu bieten.

Ein schillernder Werbefeldzug

Um potenziellen Käufern die Vorzüge von Burj Al Babas schmackhaft zu machen, startete die Sarot Group eine aufwendige Werbekampagne. Riesige Werbetafeln an Autobahnen, eine beeindruckende Präsenz in sozialen Medien und sogar Auftritte in Fernsehsendungen sollten das Interesse der Öffentlichkeit wecken.

Die Vermarktung zielte vor allem auf Käufer aus den Golfstaaten ab, die für ihre Vorliebe für luxuriöse Immobilien bekannt sind. Doch nicht nur Araber, sondern auch Interessenten aus der Türkei, Russland und China zeigten sich von dem Konzept angetan und sicherten sich Villen in der exklusiven Anlage.

Der Konkurs und das Scheitern des Projekts

Trotz des großen Interesses und der hohen Verkaufszahlen geriet das Projekt Burj Al Babas schließlich in finanzielle Schwierigkeiten. Die Sarot Group wurde 2018 insolvent, was das abrupte Ende des ambitionierten Vorhabens bedeutete. Von den ursprünglich geplanten 732 Villen wurden lediglich 587 fertiggestellt, von denen wiederum die Hälfte verkauft wurde.

Die Gründe für das Scheitern sind vielfältig. Zum einen war die Finanzierung des Projekts sehr riskant, da die Sarot Group auf Kredite angewiesen war und die Kosten für den Bau der Villen deutlich höher ausfielen als geplant. Zum anderen führten politische Spannungen in der Region sowie die allgemeine wirtschaftliche Instabilität in der Türkei dazu, dass viele Käufer von ihren Verträgen zurücktraten oder ihre Zahlungen einstellten.

Die Folgen für Burj Al Babas

Der Konkurs der Sarot Group und das Scheitern des Burj Al Babas-Projekts hinterließen eine Landschaft der Zerstörung. Die fertiggestellten, aber unbewohnten Villen stehen nun verlassen da, ein stummes Zeugnis eines ehrgeizigen, aber letztendlich gescheiterten Traums.

Für die Bewohner der umliegenden Gemeinden ist die Geisterstadt zu einem Albtraum geworden. Statt einer prosperierenden Wohngegend mit Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und Infrastruktur sehen sie sich nun mit einer Ansammlung verlassener Gebäude konfrontiert, die Vandalismus, Kriminalität und Umweltverschmutzung anziehen.

Die Zukunft von Burj Al Babas

Aktuell befindet sich Burj Al Babas in einer Sackgasse. Die Sarot Group konnte das Projekt nicht abschließen, und die Zukunft der Geisterstadt bleibt ungewiss. Verschiedene Optionen werden diskutiert, darunter die Umwandlung in ein Luxushotel, die Versteigerung der verbliebenen Villen oder sogar die Umnutzung zu einem Touristenattraktionen.

Doch all diese Pläne scheitern bislang an rechtlichen und finanziellen Hürden. Solange keine Lösung gefunden wird, bleibt Burj Al Babas eine Mahnung an die Gefahren überzogener Ambitionen und die Notwendigkeit, Projekte sorgfältig zu planen und zu finanzieren.

Trotz der Enttäuschung, die das Scheitern von Burj Al Babas mit sich bringt, bleibt die Faszination für diese einzigartige Geisterstadt ungebrochen. Sie steht als Symbol für den Wunsch des Menschen nach Luxus, Schönheit und der Erschaffung einer perfekten Welt – ein Traum, der in diesem Fall leider nicht Wirklichkeit werden konnte.

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