Nur wenige Wochen nach seiner Wiederwahl hat der künftige US-Präsident Donald Trump die Einführung neuer Strafzölle angekündigt. Diese geplanten weltweiten Handelskonflikte und Zollerhöhungen hätten erhebliche Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.
Trump kehrt zur Amerika-Zuerst-Politik zurück
Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Donald Trump mit protektionistischen Maßnahmen für Aufsehen gesorgt. Viele hatten gehofft, dass er nach seiner Wiederwahl einen moderateren Kurs einschlagen würde. Doch stattdessen kehrt der US-Präsident nun mit voller Kraft zu seiner „Amerika-Zuerst“-Politik zurück.
Unmittelbar nach seiner Vereidigung kündigt Trump an, weitere Strafzölle auf Importe aus Europa, Asien und anderen Regionen zu erheben. Insbesondere die Automobilindustrie, der Maschinenbau und der Stahlsektor in Deutschland wären davon betroffen. Trump will damit die Handelsbilanz der USA wieder stärken und amerikanische Arbeitsplätze schützen.
Drohende Vergeltungsmaßnahmen der EU
Die Europäische Union reagiert prompt auf die Pläne aus Washington. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigt Gegenmaßnahmen an, sollten die neuen US-Zölle tatsächlich umgesetzt werden. „Wir werden uns entschieden zur Wehr setzen und unsere Interessen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen“, erklärt sie.
Deutsche Unternehmen fürchten Umsatzeinbußen
In der deutschen Wirtschaft löst die Ankündigung Trumps große Besorgnis aus. „Unsere Unternehmen stehen vor einer schwierigen Situation“, sagt der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Siegfried Russwurm. „Die geplanten Zollerhöhungen bedrohen unsere Exporte in die USA massiv.“
Viele deutsche Konzerne wie Volkswagen, Siemens oder BASF haben in den USA große Produktionsstandorte und sind stark in den amerikanischen Markt eingebunden. Sie befürchten erhebliche Umsatzeinbußen, sollten die Strafzölle tatsächlich kommen. Selbst wenn die EU Gegenmaßnahmen ergreift, drohen den deutschen Unternehmen hohe Zusatzkosten.
Verbraucher müssen tiefer in die Tasche greifen
Auch die deutschen Verbraucher werden die Folgen der Handelskonflikte zu spüren bekommen. Viele Produkte, die bislang zollfrei aus den USA importiert wurden, würden deutlich teurer. Das gilt zum Beispiel für Elektrogeräte, Computer-Hardware oder Möbel. Experten rechnen mit Preissteigerungen von bis zu 20 Prozent.
Hinzu kommen mögliche Engpässe bei bestimmten Waren. Sollten die transatlantischen Lieferketten durch die Zollstreitigkeiten gestört werden, könnte es zu Versorgungsengpässen kommen. Das würde die Auswahl für die Verbraucher einschränken und die Preise weiter in die Höhe treiben.
Wirtschaftsforscher warnen vor Rezession
Insgesamt sehen Ökonomen die deutschen Wachstumsaussichten stark gefährdet. „Wenn sich die Handelskonflikte weiter verschärfen, droht Deutschland eine Rezession“, warnt der Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher.
Laut Fratzscher könnte die deutsche Wirtschaft im Jahr 2025 um bis zu 1,5 Prozent schrumpfen. Das wäre der erste Rückgang seit der globalen Finanzkrise 2008/2009. Vor allem die Exportindustrie, aber auch der Binnenkonsum wären betroffen. Die Bundesregierung müsste dann umfangreiche Konjunkturprogramme auflegen, um die Folgen abzufedern.
Hoffnungen auf Deeskalation der Konflikte
Angesichts dieser düsteren Prognosen hoffen viele Beobachter, dass es doch noch zu einer Deeskalation der Handelsstreitigkeiten kommt. Möglicherweise lassen sich Trump und seine Regierung noch von Kompromissvorschlägen überzeugen.
Zudem könnte der Druck aus der US-Wirtschaft selbst den Präsidenten dazu bringen, seine harte Linie aufzuweichen. Viele amerikanische Unternehmen, die von den Zöllen betroffen wären, dürften massiv Einfluss auf die Regierung ausüben.
Allerdings ist nicht sicher, ob solche Verhandlungen tatsächlich zu Ergebnissen führen. Trump hat in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er kompromisslos an seiner „America First“-Doktrin festhält. Ein glimpfliches Ende der Handelskonflikte erscheint daher keineswegs garantiert.
Für Deutschland und Europa bleibt damit eine Phase großer Unsicherheit. Die Zukunft der wirtschaftlichen Beziehungen über den Atlantik hängt vom Ausgang der Auseinandersetzungen ab. Schon jetzt ist klar, dass die Ära der engen transatlantischen Partnerschaft unter Präsident Trump unwiderruflich zu Ende geht.
