Fake-Shops: Bestellt und nicht geliefert …

Fake-Shops: Bestellt und nicht geliefert ...

Die Verbraucherzentralen warnen vor sogenannten Fake-Shops. Laut einem heute veröffentlichten Bericht bei tagesschau.de sind 4,4 Millionen Bundesbürger schon einmal Opfer von Fake-Shops geworden (Umfrage der Organisation „Marktwächter Digitale Welt“). Die Brandenburgische Verbraucherzentrale vermutet, dass es eine Million solcher Fake-Shops im Netz gibt. Viele dieser „Shops“ haben sogar eine deutsche Domain, die man bei allen Internet-Betreibern leicht erwerben kann.

Fake-Shops sind Internet-Shops, bei denen Verbrauchern nicht existente Waren jeglicher Art, meist zu extrem günstigen Preisen, angeboten werden. Die Lieferung wird gegen Vorkasse versprochen. Das überwiesene Geld der betrogenen Kunden wird dann oftmals auf ein betrügerisch eröffnetes Konto bei einer Bank überwiesen und von dort aus zum Beispiel in eine Kryptowährung, wie etwa Bitcoin, konvertiert.

Dieser Transfer in Bitcoins ist jedoch auch eine Schwachstelle der Betrüger. Matthias Kröner, CEO der Fidor Bank dazu: „Grundsätzlich ist es so, dass alle Nutzer bei Bitcoin.de eine volle Identifikation durchlaufen müssen. „Geldwäsche“ funktioniert ja letztlich nur dann, wenn eine bekannte (und echte) Person die Herkunft des Geldes verschleiern möchte, um so beispielsweise aus schwarzem Geld Gewaschenes, das heißt „sauberes“ Geld zu machen, beispielsweise mittels der Angabe von unwahren Geschäften, unwahren Verwendungszwecken bzw. unwahren Absendern oder gefälschten Rechnungen etc. Leider sind auch hier die Betrüger sehr kreativ, die Möglichkeiten sind dementsprechend vielfältig“.

Die Fidor, so Kröner weiter, verfüge über Systeme, die derartige Verhaltensweisen analysieren und entdecken helfen. Verdächtige Transaktionen würden angehalten, geprüft und, je nach Vorgang und Hintergrund, auch gemeldet.

Das „Weitersenden“ eines betrügerisch erlangten Geldbetrages an externe Bitcoin Wallets, indem von einem Fidor-Konto kommendes Geld gehandelt und in eine Kryptowährung umgewandelt wird, lässt sich nicht so leicht verbergen, wie man glauben möchte. Denn die Bitcoin-Blockchain macht jede Transaktion und jeden Besitzer nachvollziehbar. Geld bekommt so erstmals ein Gedächtnis. Dies kann entziffert werden, und wurde durch Strafverfolgungs-Behörden auch schon entziffert.

Für die Eröffnung betrügerischer Konten gibt es Handelsplätze im Internet, auf denen Konten verschiedenster Banken gehandelt werden. Sobald ein Betrüger dort ein Konto „gekauft“ hat, muss er wesentliche Daten des Kontoinhabers ändern, denn er möchte, dass der ursprüngliche Konto-Eröffnende keinen Zugriff mehr hat und der Betrüger so das Konto voll in Besitz nehmen kann. Genau diese Veränderungen – um nur ein Beispiel zu nennen – tracken die Experten von Fidor laufend, um so verdächtige Verhaltensweisen zu erkennen und umgehend reagieren zu können.

Darüber hinaus: Wenn scheinbar ganz normale Kunden ein Konto eröffnen, diese Konto-Zugangsdaten dann an Dritte weiterreichen oder verkaufen, handelt es sich hierbei um eine Straftat. Auch die Bank ist dann Opfer eines Betrugs, ebenso wie es der Kunde eines Fakeshops selbst ist. Und: Es wird unabhängig vom Medium schwer sein, schon zum Zeitpunkt der Kontoeröffnung durch einen „normalen“ Kunden die betrügerische Absicht zu erkennen. Das gilt für Konten der Filiale einer traditionellen Bank eröffnet ebenso wie auch für Kundenkonten einer Online-Bank.

„Um der Zahl der betrügerischen Kontoeröffnungen und der Zunahme der Fake-Shops entgegenwirken zu können, müssen alle Marktteilnehmer aufmerksam sein. Vermeintliche „unglaubliche“ Angebote könnten auf einen Fake-Shop hinweisen. Auch muss verstanden werden, dass die Weitergabe von Konto-Daten eine Straftat ist“, fordert Kröner. Letztlich müssten alle zusammenarbeiten: die Öffentlichkeit, Ermittlungsbehörden und Online-Banken. Nur dann könne Betrügern das Handwerk gelegt und der Zugang zu Zahlungsverkehrssystemen verwehrt werden.

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