Joav Gallant, der ehemalige israelische Verteidigungsminister, hat sich nach seiner Entlassung öffentlich zu den Gründen für seinen Rücktritt geäußert. Demnach seien Meinungsverschiedenheiten mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ausschlaggebend für seine Entlassung gewesen.
Meinungsverschiedenheiten mit Netanjahu
Gallant erklärte in einer Pressekonferenz in Tel Aviv, dass er und Ministerpräsident Netanjahu in mehreren wichtigen Fragen fundamental unterschiedlicher Meinung gewesen seien. Insbesondere habe es Unstimmigkeiten über die geplante Justizreform gegeben, die laut Gallant die Unabhängigkeit des Justizsystems in Gefahr brachte. Netanjahu habe trotz Gallants Bedenken an seinen Reformplänen festgehalten, was zu einem zunehmenden Zerwürfnis zwischen den beiden Politikern geführt habe.
Gefahren für die nationale Sicherheit
Darüber hinaus habe Gallant die Sorge geäußert, dass die innenpolitischen Turbulenzen um die Justizreform auch negative Auswirkungen auf die nationale Sicherheit Israels haben könnten. Er habe befürchtet, dass die Spannungen im Inneren die Handlungsfähigkeit der israelischen Streitkräfte beeinträchtigen und das Land in einer fragilen sicherheitspolitischen Lage zusätzlich schwächen würden. Diese Warnungen hätten bei Netanjahu jedoch kein Gehör gefunden.
Rücktritt als letzte Konsequenz
Angesichts der unüberbrückbaren Differenzen mit dem Ministerpräsidenten habe Gallant schließlich keine andere Wahl gesehen, als seinen Rücktritt als Verteidigungsminister einzureichen. Er bedauere, dass es nicht gelungen sei, einen Kompromiss zu finden, der beiden Seiten gerecht geworden wäre. Nun hoffe er, dass die Regierung Netanjahu trotz der Krise handlungsfähig bleibe und die Sicherheit Israels gewährleistet werden könne.
