Harter Job: Trauma bei Pflegekräften – Video

Harter Job: Trauma bei Pflegekräften - Video


Pflegekräfte tragen eine große Verantwortung und sind ständig mit schwierigen Situationen konfrontiert. Laut einer Umfrage in Österreich wurden mehr als 80 Prozent der Pflegekräfte zu sogenannten „Second Victims“. Das bedeutet, dass sie mindestens einen Zwischenfall erlebt haben, der sie beeinträchtigt oder sogar traumatisiert hat.

Die Arbeit im Pflegebereich ist in der Tat extrem fordernd. Pflegekräfte müssen nicht nur mit schweren Erkrankungen und Verletzungen umgehen, sondern auch mit dem Leid und dem Tod ihrer Patienten. Hinzu kommen oft Personalengpässe, Zeitdruck und hohe Arbeitsbelastung. All diese Faktoren können zu einer enormen psychischen Belastung führen.

Emotionale Belastung durch den Umgang mit Leid und Tod

Einer der Hauptgründe für Traumata bei Pflegekräften ist der ständige Kontakt mit Leid, Schmerz und Tod. Gerade bei schwerkranken oder sterbenden Patienten müssen Pflegekräfte eine professionelle Haltung bewahren und gleichzeitig einfühlsam und mitfühlend sein. Das erfordert eine hohe emotionale Belastbarkeit.

Oft werden Pflegekräfte Zeugen von dramatischen Situationen wie Reanimationen oder dem Ableben eines Patienten. Diese Erlebnisse können äußerst belastend sein und tiefe Spuren hinterlassen. Manche Pflegekräfte fühlen sich nach solchen Ereignissen hilflos, schuldig oder sogar traumatisiert.

Hinzu kommt, dass Pflegekräfte häufig eine enge Beziehung zu ihren Patienten aufbauen. Der Verlust eines Patienten, dem man nahestehend war, kann daher besonders schmerzhaft sein. Pflegekräfte müssen lernen, mit dieser emotionalen Belastung umzugehen und Strategien zu entwickeln, um Abstand zu gewinnen und sich selbst zu schützen.

Hohe Arbeitsbelastung und Zeitdruck

Neben den emotionalen Herausforderungen stehen Pflegekräfte auch unter enormem physischen und organisatorischen Druck. Personalmangel, Überstunden und Zeitnot gehören in vielen Einrichtungen zum Alltag. Pflegekräfte müssen oft mehrere Patienten gleichzeitig versorgen und haben kaum Zeit für Pausen oder Rückzug.

Diese Arbeitsbedingungen führen nicht selten zu Erschöpfung, Stress und Burnout. Viele Pflegekräfte fühlen sich überfordert und haben das Gefühl, der Situation nicht mehr gewachsen zu sein. Das kann Auswirkungen auf die Qualität der Pflege haben und das Risiko für Behandlungsfehler erhöhen.

Unterstützung und Prävention sind gefordert

Um das Risiko von Traumata und psychischen Belastungen bei Pflegekräften zu reduzieren, sind Maßnahmen auf verschiedenen Ebenen notwendig. Zum einen braucht es bessere Arbeitsbedingungen mit angemessener Personalausstattung, Möglichkeiten zur Erholung und Entlastung.

Darüber hinaus ist es wichtig, dass Führungskräfte und Arbeitgeber für die Belastungen der Pflegekräfte sensibilisiert sind und geeignete Unterstützungsangebote bereitstellen. Dazu gehören:

  • Regelmäßige Supervision und Coaching
  • Angebote zur Stressbewältigung und Burnout-Prävention
  • Psychologische Betreuung bei belastenden Ereignissen
  • Möglichkeiten zum kollegialen Austausch und zur Reflexion

Auch die Aus- und Weiterbildung von Pflegekräften sollte stärker auf den Umgang mit psychischen Belastungen ausgerichtet sein. Themen wie Traumabewältigung, Selbstfürsorge und Resilienzförderung müssen einen höheren Stellenwert erhalten.

Nur wenn die Arbeitsbedingungen, die Führungskultur und die Qualifizierung der Pflegekräfte verbessert werden, kann das Risiko für Traumata und psychische Erkrankungen wirksam gesenkt werden. Letztendlich profitieren davon nicht nur die Pflegekräfte selbst, sondern auch die Patienten, die eine qualitativ hochwertige und empathische Versorgung erhalten.

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