Die Corona-Pandemie hat in den letzten Jahren zu massiven Veränderungen in der Arbeitswelt geführt. Viele Unternehmen mussten ihre Arbeitsabläufe und -bedingungen an die neuen Herausforderungen anpassen. Home-Office, Kontaktbeschränkungen und erhöhte Hygienemaßnahmen gehörten plötzlich zum Alltag vieler Arbeitnehmer.
Diese Umstellungen haben nicht nur organisatorische Hürden mit sich gebracht, sondern auch die physische und psychische Gesundheit der Beschäftigten stark beeinflusst. Viele empfanden die neuen Arbeitsbedingungen als belastend und berichteten von gestiegener Erschöpfung und Stress.
Anstieg der Krankmeldungen in allen Altersgruppen
Laut Daten der Krankenkasse AOK ist der Krankenstand in Deutschland in diesem Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen. Besonders betroffen sind Atemwegserkrankungen, die vermehrt auftreten. Allerdings zeigt sich der Anstieg der Krankmeldungen in allen Altersgruppen und Branchen.
Eine mögliche Erklärung dafür ist, dass viele Arbeitnehmer durch die Pandemie physisch und psychisch belastet sind. Das ständige Wechseln zwischen Homeoffice und Präsenzarbeit, die Angst vor Ansteckung und die allgemeine Unsicherheit in Bezug auf die weitere Entwicklung der Pandemie können sich negativ auf das Wohlbefinden auswirken.
Auch der Wegfall der gewohnten Strukturen und sozialen Kontakte im Arbeitsalltag kann zu Stress und Isolation führen. Viele Beschäftigte fühlen sich überfordert und suchen deshalb häufiger ärztlichen Rat.
Jüngere Arbeitnehmer besonders betroffen
Auffallend ist, dass der Krankenstand bei jüngeren Arbeitnehmern unter 35 Jahren besonders stark angestiegen ist. Mögliche Gründe dafür können sein, dass diese Altersgruppe oft familiäre Verpflichtungen hat und gleichzeitig mit den Herausforderungen der Pandemie umgehen muss.
Die ständige Doppelbelastung von Beruf und Privatleben kann zu erhöhtem Stress führen. Auch fehlende Erfahrung im Umgang mit Krisen und der Bewältigung von Arbeitsaufgaben im Homeoffice können bei jüngeren Beschäftigten eine Rolle spielen.
Darüber hinaus zeigt sich, dass Frauen häufiger krankgeschrieben sind als Männer. Dies lässt sich teilweise damit erklären, dass Frauen oft stärker in familiäre Verpflichtungen eingebunden sind und daher einer höheren Gesamtbelastung ausgesetzt sind.
Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen
Um den Krankenstand zu senken und die Gesundheit der Beschäftigten zu fördern, sind Maßnahmen auf mehreren Ebenen notwendig. Zum einen müssen Unternehmen ihre Arbeitsorganisation überprüfen und flexible, gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen schaffen.
Dazu gehört eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, ausreichende Erholungsphasen sowie ein offener Umgang mit psychischen Belastungen. Auch Angebote zur Stressreduktion und Burnout-Prävention können hilfreich sein.
Gleichzeitig sind die Beschäftigten selbst gefordert, auf ihre Grenzen zu achten und Entspannungsangebote wahrzunehmen. Der regelmäßige Austausch mit Vorgesetzten und Kollegen kann ebenfalls dazu beitragen, Überforderung rechtzeitig zu erkennen und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Auf gesamtgesellschaftlicher Ebene müssen zudem die Rahmenbedingungen für gute Arbeit geschaffen werden. Dazu gehören faire Entlohnung, Arbeitszeitregelungen, die den Bedürfnissen der Beschäftigten Rechnung tragen, sowie ein gut ausgebautes Gesundheitssystem.
Nur wenn alle Beteiligten – Unternehmen, Beschäftigte und Politik – an einem Strang ziehen, lässt sich der Krankenstand langfristig senken und die Gesundheit der Arbeitnehmer nachhaltig fördern.
