Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat sich in einer öffentlichen Erklärung vom syrischen Präsidenten Baschar al-Assad distanziert. Russland, das bislang als Schutzmacht des Assad-Regimes galt, kritisiert nun offen dessen Versagen und Unfähigkeit, die Krise im Land zu bewältigen.
Moskau gibt Assad die Schuld
In seiner Ansprache betonte Lawrow, dass das syrische Regime unter der Führung Assads es versäumt habe, die Konflikte im Land zu entschärfen und eine politische Lösung herbeizuführen. Stattdessen habe Assad mit Gewalt auf die Proteste der Bevölkerung reagiert, was zur Eskalation des Bürgerkrieges geführt habe. Russland, das Assad lange Zeit unterstützt hatte, sieht sich nun gezwungen, sich von seinem einstigen Verbündeten zu distanzieren.
Der Wandel in der russischen Haltung
Der Kurswechsel Moskaus kommt durchaus überraschend, galten doch Russland und Syrien bislang als enge Verbündete. Allerdings mehren sich innerhalb Russlands die Stimmen, die eine Neubewertung der Syrien-Politik fordern. Der anhaltende Bürgerkrieg, die humanitäre Katastrophe und das Versagen Assads haben offenbar auch in Moskau zu einem Umdenken geführt. Russland sieht sich nun gezwungen, seine Unterstützung für das Assad-Regime zumindest teilweise zurückzunehmen.
