In ihrem Entwurf für das Programm zur Bundestagswahl richtet sich die Alternative für Deutschland (AfD) entschieden gegen das, was sie als „linken Zeitgeist“ bezeichnet. Die Partei sieht sich selbst als Gegengewicht zu einer vermeintlich links dominierten politischen Landschaft in Deutschland. Laut ihrem Programmentwurf will die AfD „den durch linke Kräfte induzierten Werteverfall“ in der Gesellschaft stoppen und stattdessen „christlich-abendländische Werte“ fördern.
Kritik am „Asylparadies Deutschland“
Ein zentraler Kritikpunkt der AfD ist das, was sie als „Asylparadies Deutschland“ bezeichnet. Die Partei spricht sich entschieden gegen eine vermeintlich zu großzügige Asyl- und Migrationspolitik aus. Stattdessen fordert sie eine „Begrenzung und Steuerung der Zuwanderung“ sowie eine Verschärfung des Asylrechts. Laut AfD-Programm soll Deutschland aufhören, ein „Anziehungspunkt für Migranten aus aller Welt“ zu sein.
Fokus auf Innere Sicherheit
Ein weiterer Schwerpunkt des AfD-Wahlprogramms ist das Thema Innere Sicherheit. Die Partei will die Kompetenzen und Befugnisse von Polizei und Geheimdiensten ausbauen, um vermeintlichen Bedrohungen durch Kriminalität und Terrorismus entgegenzuwirken. Darüber hinaus spricht sich die AfD für eine Verschärfung des Strafrechts aus, etwa durch die Wiedereinführung der Todesstrafe für besonders schwere Verbrechen.
Kritik an der Eurorettungspolitik
Nicht nur in Fragen der Innen- und Migrationspolitik, sondern auch in der Wirtschafts- und Finanzpolitik grenzt sich die AfD klar von der aktuellen Regierungspolitik ab. So lehnt die Partei die Beteiligung Deutschlands an Rettungsschirmen für hochverschuldete EU-Länder entschieden ab. Stattdessen fordert sie einen Austritt Deutschlands aus dem Euro-Währungsverbund.
Ablehnung der Energiewende
Auch die Energiewende mit ihrem Ausbau erneuerbarer Energien steht im Kreuzfeuer der AfD-Kritik. Die Partei spricht sich für einen Erhalt der Kernkraft und einen Ausbau der Kohle- und Gasförderung aus. Zudem will sie die Subventionen für erneuerbare Energien drastisch kürzen oder ganz streichen.
Bewahrung traditioneller Geschlechterrollen
Ein weiterer zentraler Punkt im Wahlprogrammentwurf der AfD ist die Betonung traditioneller Geschlechterrollen. So wendet sich die Partei etwa gegen eine vermeintliche „Genderideologie“ und fordert stattdessen die Förderung der traditionellen Kernfamilie mit Mutter und Vater. Zudem spricht sie sich gegen die Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften mit der Ehe aus.
Skepsis gegenüber Klimawandel
Auch beim Thema Klimawandel nimmt die AfD eine skeptische Haltung ein. Zwar erkennt die Partei an, dass es Klimaveränderungen gibt, zweifelt aber daran, dass der Mensch dafür hauptsächlich verantwortlich ist. Stattdessen vermutet sie natürliche Ursachen für den Klimawandel. Folgerichtig lehnt die AfD ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen ab und setzt stattdessen auf einen Ausbau der Kohle- und Gasförderung.
Kritik an „Genderideologie“ und Multikulturalismus
Ein roter Faden, der sich durch viele Programmpunkte der AfD zieht, ist die Ablehnung dessen, was die Partei als „Genderideologie“ und „Multikulturalismus“ bezeichnet. So wendet sich die AfD nicht nur gegen die Gleichstellung von Homosexuellen, sondern auch gegen eine vermeintliche „Überbetonung“ von Diversität und Gleichberechtigung in der Gesellschaft. Stattdessen fordert sie die Bewahrung traditioneller Werte und Rollenbilder.
Rückwärtsgewandte Programmatik
Zusammengefasst lässt sich sagen, dass der Entwurf für das AfD-Wahlprogramm eine in weiten Teilen rückwärtsgewandte Programmatik erkennen lässt. Die Partei positioniert sich klar gegen vermeintlich „linke“ Positionen in zentralen gesellschaftlichen Fragen und setzt stattdessen auf die Betonung traditioneller Werte und Rollenbilder. Ob dieses Programm bei den Wählerinnen und Wählern auf Zustimmung stoßen wird, bleibt abzuwarten.
