Österreich: Rinderexport wichtiges Standbein

Österreich: Rinderexport wichtiges Standbein

Österreich: Rinderexport wichtiges StandbeinWien – 2012 galt für den Zuchtrinderexport mit einer Steigerung von 7,4 Prozent als Rekordjahr. Insgesamt wurden 37.250 Zuchtrinder exportiert, Hauptabsatzmarkt war die Türkei mit einem Exportanteil von 27 Prozent. Laut Herdebuchkuhbestand wurden zehn Prozent aller österreichischen Zuchttiere ausgeführt, dazu kommen noch Samenexporte, die eine immer größere Bedeutung erlangen. Schon nach der Bekanntgabe der Ergebnisse für 2012, wurde prognostiziert, dass 2013 der Stand nicht zu halten wäre.  Die Rinderzucht stellt jedoch ein sehr wichtiges Standbein dar. Die zusätzliche Wertschöpfung neben Milch- und Fleischwirtschaft ergab für 2012 rund 65 Millionen Euro. „Österreich war nicht nur das erste Land, das weltweit einen Zuchtwert für Nutzungsdauer ausgewiesen hat, auch bei der Gesundheit der Rinder sind wir in Mitteleuropa tonangebend“, erklärte der Obmann der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter, ZAR, Anton Wagner.

Exportbilanz 2013

Einige wichtige Absatzmärkte waren 2013 unter anderem auch für Österreich gesperrt, wodurch rund ein Drittel weniger Zuchtrinder exportiert werden konnte. Die Exporte stellen jedoch neben ihrer wirtschaftlichen Bedeutung auch eine Entlastung für den Schlachtviehmarkt dar, da es in Österreich durch die Vielzahl der Viehbetriebe ein Überangebot an weiblichen Rindern gibt. Insgesamt werden von rund 86.000 Betrieben etwa 2,1 Millionen Rinder gehalten, davon 78 Prozent Fleckvieh. Die ursprünglich aus der Schweiz stammende Rasse ist auch beim Export sehr beliebt. Sie ist anpassungsfähig und zeichnet sich durch hohe Milch- und Fleischleistung aus. Die Haltung erweist sich als äußerst wirtschaftlich.  Vorgeschriebene Untersuchungen und mitunter lange Stehzeiten ließen die Kosten für den Absatz in Drittländer stark steigen. Ein Anteil von 15 Prozent des Verkaufserlöses ist nicht selten.  Geschäftsführer der ZAR, Franz Sturmlechner, findet die veterinärmedizinischen Anforderungen oft nicht nachvollziehbar und fordert Verhandlungen mit den Absatzländern.

Samen aus Österreich

Doch nicht nur der Export lebender Zuchtrinder spielt eine wichtige Rolle, sondern auch der Export von Rindersamen, der eine immer größere Bedeutung erlangt. 2012 wurden insgesamt 1.392 Millionen Samenportionen abgesetzt, davon 593.889 in 50 verschiedene Länder exportiert, auch nach Übersee. Gegenüber dem Vorjahr zeigte sich ein Plus von 17 Prozent. Doch die Nachfrage nach dem wertvollen genetischen Material aus Österreich ist stark steigend, besonders der Rasse Fleckvieh, die einen Anteil von 93 Prozent am Samenexport aufweist. Samen und Embryonen stammen dabei von amtlich überwachten Betrieben, deren Tiere einen international anerkannten Tiergesundheitsstatus vorweisen können. Für den Innergemeinschaftlichen Handel, IGH, zeichnen sich in Österreich fünf zugelassene Besamungsstationen verantwortlich sowie neun zugelassene Samendepots, desweiteren fünf zugelassene Embryoentnahmeeinheiten für den IGH mit Eizellen und Embryonen. Wichtigste Partner sind, auch in den Absatzländern, die ansässigen Tierärzte.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen