Österreichischer Wein: weniger Ertrag, mehr Export

Österreichischer Wein: weniger Ertrag, mehr Export

Österreichischer Wein: weniger Ertrag, mehr ExportWien – Die Weinernte 2012 fiel für die meisten österreichischen Winzer durch späte Frühjahrsfröste besonders gering aus. Dennoch ist im Jahr 2013 der Weinexport gestiegen, um 4 Prozent auf 137,5 Millionen Euro. Der durchschnittliche Exportpreis pro Liter erreichte dabei die 3 Euro Grenze. 2003 lag er noch bei 83 Cent. Ein Grund für den Exporterfolg beim österreichischen Wein waren höhere Lieferungen nach Großbritannien, die Beneluxstaaten, Skandinavien und nach Asien. Österreichischer Wein sei in allen Ländern ein Nischenprodukt, erklärte Willi Klinger, Präsident des Österreichischen Wein Managements. Er ergänzt: „Es reicht nicht mehr aus, in wenigen großen Exportländern wie Deutschland, Schweiz und in den USA erfolgreich zu sein.“ Besonderes Augenmerk soll in Zukunft auf die asiatischen Märkte gelegt werden.

Höchster Exportanteil mit Flaschenweinen

95 Prozent des Exportanteils deckten die Flaschenweine. Besonders in China scheint sich der österreichische Wein großer Beliebtheit zu erfreuen. Der Literpreis in dem asiatischen Land liegt bei 7 Euro. Der chinesische Markt legte 2013 um 50 Prozent zu. Aber auch in manchen europäischen Ländern liegt der Literpreis über dem Durchschnitt von 3 Euro. „Daher müssen wir im Export die Anzahl der Länder erhöhen, in denen wir in diesen Nischen erfolgreich sind. Dort müssen wir einerseits die Spitze im Topsegment verteidigen, andererseits aber auch in Preisklassen reüssieren, in denen eine vernünftige Menge umgesetzt wird und der durchschnittliche Exportpreis bei drei bis fünf Euro pro Liter liegt“, meint Willi Klinger. Mehr Weinexporte bedeuten jedoch auch mehr Weinanbau und mehr Winzerbetriebe. Und so zeigt sich auch die Situation beim österreichischen Weinbau und der Kellerwirtschaft.

Mehr Winzer produzieren mehr Wein

2012 gab es in Österreich 1.600 Winzerbetriebe, die mehr als 30.000 Liter Wein herstellten. Drei Jahre zuvor waren es noch rund 1.000. 3.300 Betriebe liegen unter der 30.000 Liter Produktion. Da der Weinkonsum im eigenen Land stagniert, ist verständlich, dass immer mehr Winzer ihre Weine ins Ausland exportieren möchten. Voraussetzung für den Exporterfolg ist jedoch eine gute Zusammenarbeit zwischen Händlern und Winzern. Über das Österreichische Wein Management funktioniere sie hervorragend, betont der Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes, Johannes Schmuckenschlager. Er freut sich über den Exportanstieg, besonders in einem Jahr, an dem es an Wein mangelte: „Erfolgreiche Exportzahlen signalisieren eine hohe Wertschätzung für den österreichischen Wein im Ausland. Dieses Image wirkt sich auch auf den Heimmarkt positiv aus und trägt so zu einer Verbesserung der Wertschöpfung bei den Betrieben bei.“ Im Jahr 2013 fielen die Erntemengen je nach Region unterschiedlich aus. Geschätzt wird eine Gesamtmenge von 2,25 Millionen Hektoliter, die unter dem Fünfjahresschnitt liegt, sich jedoch höher zeigt als 2012. So gesehen steht einem weiteren Exportwachstum nichts im Wege.

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