Piloten und Luftfahrtexperten warnen eindringlich vor einer starken Zunahme von GPS-Hackerangriffen, die die Flugsicherheit gefährden. Die OpsGroup, ein Beratungsgremium für die Luftfahrt, das 450 Fluggesellschaften und Branchenspezialisten vertritt, meldete in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres einen atemberaubenden Anstieg solcher Vorfälle um 400%.
Die Zahl der Angriffe stieg von 200 pro Tag zu Beginn des Jahres 2022 auf 900 zur Jahresmitte, wobei an manchen Tagen sogar 1.350 Flüge betroffen waren. Hacker senden mit billigen und tragbaren Geräten gefälschte GPS-Signale, die die echten Signale überlagern können und Flugzeuge vom Kurs abbringen können. Besonders gefährlich ist dies in Konfliktgebieten, wo Flugzeuge durch eine falsche Positionsbestimmung in den feindlichen Luftraum geraten können.
Niederländische Piloten meldeten im vergangenen Jahr fast 1.000 Zwischenfälle, wobei sich die Fälle in der Nähe der Türkei, auf dem Balkan und sogar in den Vereinigten Staaten häufen. Sowohl Finnair als auch Deutschland haben die jüngsten GPS-Störungen mit vermuteten Störungen aus Russland in Verbindung gebracht. Das Problem geht über Navigationsfehler hinaus. Bei einigen Flugzeugen sind die Uhren ausgefallen, was zu Verwirrung bei den Flugbesatzungen geführt hat. In einem Fall zwang ein gehacktes System eine große Fluggesellschaft zu einem wochenlangen Flugverbot.
Experten wie Ken Munro warnen, dass solche Angriffe allein zwar nicht zu Abstürzen führen, aber das Risiko kaskadenartiger Ausfälle während des Fluges erhöhen. Die Piloten lehnen Vorschläge für Flugzeuge mit nur einem Piloten strikt ab und betonen, dass zwei Piloten erforderlich sind, um die Bedrohungen durch Hacker zu überwachen und zu entschärfen. „Alles andere ist ein unnötiges Spiel mit der Flugsicherheit“, warnte Coen George von der niederländischen Pilotenvereinigung. Die OpsGroup schließt sich dieser Meinung an und drängt auf sofortiges Handeln, bevor es zu einem Unfall im Zusammenhang mit Spoofing kommt.
