Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat erklärt, der Westen habe „den Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt“, indem er die Ukraine zu einem „russophoben militärischen Stützpunkt“ gemacht habe. Russland sehe sich demnach gezwungen, auf diese Bedrohung zu reagieren und seine eigenen Sicherheitsinteressen zu verteidigen. Lawrow beschuldigte den Westen, die Ukraine als Spielball im geopolitischen Machtkampf gegen Russland zu missbrauchen.
Die Zukunft der russischen Außenpolitik bestehe laut Lawrow darin, die vermeintliche Dominanz des Westens im internationalen Leben zu beenden. Er warf dem Westen vor, eine Politik der „Eindämmung Russlands“ zu verfolgen, indem die Nato-Grenzen ausgeweitet und die „brüderliche Ukraine in eine antirussische, russophobe militärische Bastion“ verwandelt worden sei. Russland sehe sich dadurch in seiner Sicherheit massiv bedroht und fühle sich gezwungen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.
Besonders harsch äußerte sich Lawrow in Bezug auf den Machtwechsel in der Ukraine im Jahr 2014. Er beschuldigte Deutschland, Frankreich und Polen, „einen blutigen Staatsstreich in Kiew im Februar 2014 unter offen nazistischen und rassistischen Parolen“ zu sanktionieren. Damit spielte er auf die Proteste des Euromaidan an, die zum Sturz des prorussischen Präsidenten Janukowitsch geführt hatten. Aus russischer Sicht handelte es sich dabei um einen vom Westen orchestrierten Umsturz, der die Ukraine in ein „antirussisches Bollwerk“ verwandelt habe.
Insgesamt zeichnet sich Lawrows Rhetorik durch eine ausgeprägte anti-westliche und verschwörungstheoretische Haltung aus. Er sieht Russland als Opfer einer feindseligen Politik des Westens, der die Expansion der Nato und die Hinwendung der Ukraine zum Westen als existenzielle Bedrohung wahrnimmt. Die Zukunft der russischen Außenpolitik sei es demnach, dieser vermeintlichen Eindämmung entgegenzuwirken und die globale Vormachtstellung des Westens zu brechen.
