Schweizer Immobilienblase, ja oder nein?

Schweizer Immobilienblase, ja oder nein?

Schweizer Immobilienblase, ja oder nein?Zürich – Schon lange sind die Warnungen vor einer drohenden Immobilienblase in der Schweiz zu hören. Und doch, sind nicht alle Experten einer Meinung. Um vorzubeugen, hat die Schweizer Regierung nun die Banken angewiesen, für Wohnbauhypotheken zusätzlich 2 Prozent Eigenmittel vorzuhalten. Bislang war es 1 Prozent. Die Begründung: Durch die anhaltend starke Zunahme der Hypothekenkredite und den steigenden Preis für Wohnimmobilien bestehe ein erhebliches Risiko für die stabile Entwicklung der Volkswirtschaft und damit auch für die Stabilität des Bankensektors.

Warnung zu Jahresende 2012

Die Großbank UBS hat zu Jahresende noch einmal vor der Gefahr einer Immobilienblase gewarnt. Der von UBS errechnete Immobilienblasen-Index stieg im dritten Quartal um 0,05 auf 2 Punkte, damit sei die Risikozone erreicht und eine Immobilienblase konstatiert, hieß es seitens der Großbank. Alarmierend sei, dass die Wohnimmobilienpreise und die Hypothekarverschuldung stärker gestiegen seien als die Wirtschaftsleistung und die Haushaltseinkommen. Tatsache sei auch, dass das Wirtschaftswachstum in dem Quartal sich mit 2,5 Prozent stärker zeigte als im Quartal davor, aber es mit der Preis- und Verschuldungsentwicklung dennoch nicht mitziehen konnte. Die Mieten hätten sich zwar um 3,3 Prozent verteuert, doch sei die Teuerung geringer als zuvor. Hingegen wäre die Nachfrage betreffend Eigentumswohnungen, meist als Wertanlage, nach wie vor hoch. Grund genug für die Großbank UBS, vor der Gefahr zu warnen. Doch nicht nur bei der UBS läuten Alarmglocken. Sondern auch bei anderen Banken und Wirtschaftsexperten.

Aber nicht alle sind einer Meinung

Dass die Immobilienpreise auch 2014 weiter steigen werden, erkennen auch jene Experten, für die die Gefahr einer Immobilienblase nicht besteht. Heute kostet eine durchschnittliche Vier-Zimmer-Wohnung rund 80 Prozent mehr als zur Jahrtausendwende. Den Grund für die steigenden Immobilienpreise und die große Nachfrage sehen manche Fachleute aber nicht nur in den niedrigen Hypothekarzinsen, sondern auch in der Zuwanderung von hoch qualifiziertem Fachpersonal aus dem Ausland. Für die Zukunft sehen sie zwar einen weiterhin tief liegenden Zinssatz, doch eine geringere Nachfrage. Prognosen gehen davon aus, dass weniger hoch qualifiziertes Fachpersonal zuwandern wird, sondern mehr durchschnittlich geschulte Fachkräfte aus der EU, die jedoch über ein geringeres Einkommen verfügen. Sie würden die Nachfrage nach Eigentumswohnungen drücken, was letztendlich zu einem Preisnachlass führen werde. Auch seien regional Unterschiede zu erkennen. Die Meinung wurde ebenfalls im Immobilien-Report vertreten, der von der Professur für Entrepreneurial Risks der ETH Zürich und dem Vergleichsdienst comparis veröffentlicht wurde. Im Report ist ebenso ein Tipp enthalten, für alle, die eine Eigentumswohnung erwerben wollen: Die Belehnung sollte höchstens zu 80 Prozent erfolgen und die Zinsen maximal ein Drittel des Einkommens ausmachen. So wäre ein neuer Eigentümer auf der sicheren Seite.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen