Die Begrüßung des Neuen Jahres mit Feuerwerk gehört für viele Deutsche zu den Traditionen, die nicht missen möchten. Jedes Jahr am Silvesterabend erleuchten bunte Lichtspiele den Nachthimmel und erfüllen die Luft mit dem aufregenden Knallen der Böller. Doch leider führen Unachtsamkeit und Leichtsinn im Umgang mit Feuerwerkskörpern immer wieder zu schweren Verletzungen, die Unfallchirurgen jedes Mal aufs Neue besorgen.
Richtige Vorbereitung ist alles
Um sicher und verletzungsfrei in das neue Jahr zu starten, ist eine gründliche Vorbereitung entscheidend. Experten empfehlen, sich bereits im Vorfeld mit den geltenden Regeln und Sicherheitshinweisen vertraut zu machen. „Viele Unfälle passieren, weil die Leute nicht wissen, wie sie Feuerwerkskörper korrekt anzünden und handhaben“, erklärt Dr. Max Müller, Leiter der Unfallchirurgie in einer großen Klinik. „Deshalb ist es wichtig, sich vorher zu informieren und die Anweisungen der Hersteller genau zu befolgen.“
Sichere Lagerung und Transport
Bevor es an die Zündung geht, müssen Silvester-Raketen zunächst sicher gelagert und transportiert werden. „Die Böller sollten unbedingt trocken und kühl aufbewahrt werden, am besten in ihrer Originalverpackung“, rät Experte Müller. „Außerdem sollten sie stets aufrecht und niemals lose im Auto mitgeführt werden.“ Beim Tragen der Feuerwerkskörper ist es wichtig, sie vorsichtig an den Seiten festzuhalten, nicht am Anzündkopf. „So verhindert man, dass die Raketen versehentlich losgehen und jemanden verletzen“, erklärt der Experte.
Richtige Aufstellung und Zündung
Ist der Feuerwerksvorrat sicher verstaut, geht es an die Vorbereitung der Zündung. Dabei sollten Silvester-Raketen immer aufrecht und in ausreichendem Abstand zu anderen Objekten aufgestellt werden. „Ein Mindestabstand von 15 Metern zu Häusern, Autos oder Personen ist absolut notwendig“, betont Dr. Müller. „Außerdem müssen die Böller fest im Boden verankert sein, damit sie nicht umkippen.“ Beim Anzünden selbst rät der Experte, Streichhölzer oder Feuerzeuge zu verwenden und den Kopf möglichst weit vom Böller wegzuhalten. „Am besten zündet man die Raketen mit ausgestrecktem Arm an, um Verletzungen durch Rückstöße zu vermeiden.“
Vorsicht bei Fehlfunktionen
Nicht immer läuft alles nach Plan – manchmal kommt es bei Feuerwerkskörpern auch zu Fehlfunktionen. „Wenn eine Rakete nicht zündet oder nur teilweise explodiert, auf keinen Fall näher herangehen“, warnt Dr. Müller. „Das kann sehr gefährlich sein, da die Zündung noch aktiviert sein könnte.“ Stattdessen sollte man den Bereich weiträumig absperren und die Feuerwehr informieren, die sich um die sichere Entsorgung kümmert.
Rücksicht auf Mitmenschen
Neben der persönlichen Sicherheit ist beim Silvester-Feuerwerk auch Rücksichtnahme auf andere wichtig. „Böller sollten niemals in der Nähe von Krankenhäusern, Altenheimen oder Tierheimen gezündet werden“, erklärt der Experte. „Dort können die lauten Knallgeräusche große Belastungen auslösen.“ Auch auf Haustiere undlärmempfindliche Nachbarn sollte Rücksicht genommen werden.
Mit der richtigen Vorbereitung und Umsicht lässt sich das Silvester-Feuerwerk sicher und verantwortungsvoll genießen. „Wenn alle Regeln beachtet werden, steht einem gelungenen Rutsch ins neue Jahr nichts im Wege“, resümiert Dr. Müller. „Mit etwas Vorsicht können wir die Tradition des Silvester-Feuerwerks auch weiterhin in vollen Zügen genießen.“
