Im Norden Spaniens, in der Stadt Pamplona, beginnt eine jahrhundertealte Tradition, die die Gemüter spaltet und Diskussionen entfacht. Die alljährliche Stierhatz, auch „San Fermín“ genannt, zieht Jahr für Jahr Tausende Schaulustige aus aller Welt in die Stadt. Für viele Spanier ist dieses Spektakel ein fester Bestandteil ihrer Kultur und Identität, eine Feier des Mutes und der Tradition. Sie strömen in bunten Gewändern auf die Straßen, um das Adrenalinrausch und die Spannung mitzuerleben, wenn die wilden Stiere durch die engen Gassen rennen.
Doch nicht alle teilen die Begeisterung für dieses Schauspiel. Tierschützer und Kritiker prangern die Grausamkeit und das Leid an, das den Tieren zugefügt wird. Die Stiere werden oft verletzt oder sogar getötet, um die Zuschauer zu unterhalten. Viele empfinden dies als barbarisch und inhuman. Sie fordern ein Ende dieser Tradition, die ihrer Meinung nach nicht mehr in die heutige Zeit passt.
Die Debatte um die Stierhatz in Pamplona ist ein Sinnbild für den Konflikt zwischen Tradition und Tierschutz, zwischen kulturellem Erbe und moralischen Bedenken. Jedes Jahr aufs Neue entbrennt die Diskussion, ob der Spaß und die Freude der Menschen die Leiden der Tiere rechtfertigt. Eine Lösung, die beide Seiten zufriedenstellt, scheint bislang nicht in Sicht zu sein.
