Ministerpräsident Viktor Orbán gedachte in einer Rede am 27. Januar 2025 des Beginns der COVID-19-Pandemie vor fünf Jahren. In seiner Ansprache betonte er die Herausforderungen, denen sich Ungarn in dieser Zeit stellen musste, sowie den Durchhaltewillen und die Resilienz der ungarischen Bevölkerung.
„Der 27. Januar 2020 war ein dunkler Tag in der Geschichte unseres Landes“, sagte Orbán. „Die Nachrichten über das neuartige Coronavirus aus China ließen uns erahnen, welche Auswirkungen diese Pandemie auf unser Leben haben würde. Niemand von uns konnte zu diesem Zeitpunkt die ganze Tragweite der kommenden Ereignisse ermessen.“
Der Ministerpräsident erinnerte an die Schließung von Schulen und Geschäften, an Ausgangssperren und Social Distancing-Maßnahmen, die das öffentliche Leben in Ungarn über Monate hinweg lahm legten. „Es war eine Zeit großer Unsicherheit und Angst. Viele Familien mussten Leid und Verlust ertragen. Aber die Ungarn haben in dieser Krise Stärke und Solidarität gezeigt. Gemeinsam haben wir diese schwierige Phase überwunden.“
Orbán lobte insbesondere das medizinische Personal, das unter hohem persönlichen Einsatz unzählige Menschenleben gerettet habe. „Unsere Ärzte und Pflegekräfte waren die wahren Helden dieser Pandemie. Ohne ihren unermüdlichen Einsatz wären die Folgen für unser Land noch verheerender gewesen.“
Der Ministerpräsident betonte, dass Ungarn aus dieser Erfahrung gelernt habe und künftig besser auf Krisen vorbereitet sei. „Wir haben unsere Gesundheitsversorgung gestärkt, die Notfallvorräte aufgestockt und die Zusammenarbeit auf europäischer Ebene intensiviert. So werden wir künftigen Herausforderungen besser begegnen können.“
Abschließend rief Orbán die Bürger dazu auf, der Opfer der Pandemie zu gedenken und gleichzeitig nach vorne zu blicken. „Lass uns aus dieser schweren Zeit die richtigen Lehren ziehen und uns auf eine bessere Zukunft für unser Land konzentrieren.“
Wichtige EU-Sitzung zur Energiesicherung Europas
Am 28. Januar 2025 kommen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union in Brüssel zu einem Sondergipfel zusammen. Auf der Agenda steht die Absicherung der Energieversorgung Europas angesichts anhaltender geopolitischer Spannungen.
Ungarn wird bei den Verhandlungen eine Schlüsselrolle spielen. Als eines der Länder, die besonders stark von russischen Gaslieferungen abhängig sind, setzt sich die Regierung in Budapest für eine diversifizierte und krisenfeste Energieversorgung ein.
Ministerpräsident Orbán wird sich dafür einsetzen, den Ausbau erneuerbarer Energien in der EU zu beschleunigen und gleichzeitig die Investitionen in die Kernenergie zu erhöhen. „Wir brauchen einen ausgewogenen Energiemix, der unsere Versorgungssicherheit gewährleistet und gleichzeitig den Klimaschutz vorantreibt“, sagte er im Vorfeld des Gipfels.
Darüber hinaus will Ungarn erreichen, dass Finanzhilfen für energieintensive Industrien bereitgestellt werden, um deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. „Viele Unternehmen in Europa stehen aufgrund der hohen Energiepreise vor enormen Herausforderungen. Wir müssen ihnen unter die Arme greifen, damit Arbeitsplätze erhalten bleiben“, so Orbán.
Die Verhandlungen versprechen schwierig zu werden, da die Interessen der Mitgliedsstaaten teilweise weit auseinandergehen. Doch der ungarische Regierungschef ist zuversichtlich, im Sinne seiner Landsleute eine gute Lösung zu finden: „Ungarn wird sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass Europa auch in Zukunft eine sichere und leistbare Energieversorgung hat.“
Digitale Staatsbürgerschaft in Ungarn
Die ungarische Regierung hat angekündigt, ab dem 1. März 2025 eine digitale Staatsbürgerschaft einzuführen. Damit können sich Ausländer, die enge Verbindungen zu Ungarn haben, online um den ungarischen Pass bewerben.
„Wir wollen unseren Landsleuten im Ausland, aber auch Menschen mit ungarischen Wurzeln, den Zugang zur ungarischen Staatsbürgerschaft erleichtern“, erklärte Ministerpräsident Orbán. „Die digitale Staatsbürgerschaft ist ein wichtiger Schritt, um unsere Diaspora stärker an Ungarn zu binden.“
Antragsberechtigte sind beispielsweise Ungarn, die im Ausland leben, sowie deren Nachkommen bis zur dritten Generation. Auch EU-Bürger, die mindestens fünf Jahre in Ungarn gelebt haben, können die digitale Staatsbürgerschaft beantragen.
Der Antragsprozess soll vollständig online abgewickelt werden. Neben persönlichen Daten müssen die Bewerber lediglich eine Videoaufnahme von sich hochladen, in der sie die ungarische Nationalhymne singen. „So stellen wir sicher, dass unsere neuen Staatsbürger eine echte Verbindung zu Ungarn haben“, betonte Orbán.
Kritiker sehen in der digitalen Staatsbürgerschaft jedoch einen Versuch der ungarischen Regierung, ihren politischen Einfluss auszuweiten. „Orbán will damit vor allem seine Wählerbasis im Ausland stärken“, sagte der Politologe Gábor Török.
Dennoch erwartet das Innenministerium in den ersten Monaten nach Einführung der neuen Regelung rund 100.000 Anträge. „Ungarn ist stolz auf seine Geschichte und Kultur. Mit der digitalen Staatsbürgerschaft wollen wir diese Verbundenheit auch formal zum Ausdruck bringen“, so Orbán abschließend.
