Video: „Aktion scharf“ gegen Betrug beim Krankenstand

Video: „Aktion scharf“ gegen Betrug beim Krankenstand


Kurzzeitige Krankenstände haben sich in rund 15 Jahren verdoppelt. ÖGK-Chef Peter McDonald will jetzt verstärkt gegen „E-Card-Urlaub“ vorgehen und Meldepflichten verschärfen. Die Gewerkschaft will Arbeitnehmer nicht unter „Generalverdacht“ sehen – denn der Anstieg der Krankenstände habe andere Gründe.

 

Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) schlägt Alarm: Kurzzeitige Krankenstände haben sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. ÖGK-Chef Peter McDonald plant nun eine „Aktion scharf“ gegen vermuteten Missbrauch des Krankenstandes, insbesondere gegen sogenannten „E-Card-Urlaub“, bei dem Arbeitnehmer sich kurzfristig krankschreiben lassen, um ein verlängertes Wochenende zu genießen.

Verschärfte Meldepflichten geplant

McDonald kündigte an, die Meldepflichten für Krankenstände zu verschärfen. Geplant ist unter anderem eine raschere Übermittlung der Krankenstandsdaten an die ÖGK sowie eine genauere Prüfung der ausgestellten Krankenstandsbestätigungen. Ziel ist es, „schwarze Schafe“ ausfindig zu machen und dem Missbrauch Einhalt zu gebieten.

„Wir beobachten seit Jahren einen Anstieg der Kurzzeit-Krankenstände, der in dieser Form nicht akzeptabel ist,“ so McDonald. „Es geht hier um den Schutz der Beitragszahler und um die Aufrechterhaltung unseres Gesundheitssystems. Wir müssen verhindern, dass der Krankenstand für unberechtigte Zwecke missbraucht wird.“

Gewerkschaft warnt vor Generalverdacht

Die Gewerkschaft reagierte umgehend auf die Ankündigung der ÖGK. Sie warnt davor, alle Arbeitnehmer unter Generalverdacht zu stellen und betont, dass der Anstieg der Krankenstände verschiedene Ursachen habe.

„Die Gründe für den Anstieg der Krankenstände sind vielfältig,“ erklärt ein Sprecher der Gewerkschaft. „Dazu gehören unter anderem die zunehmende Arbeitsverdichtung, der steigende Stress am Arbeitsplatz und der demografische Wandel. Es ist unfair, den Arbeitnehmern pauschal Betrug vorzuwerfen.“

Forderung nach besserem Arbeitsklima und Prävention

Die Gewerkschaft fordert stattdessen Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeitsklimas und zur Prävention von Krankheiten. Sie plädiert für mehr Investitionen in betriebliche Gesundheitsförderung und für eine stärkere Berücksichtigung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz.

„Anstatt mit der ‚Aktion scharf‘ Misstrauen zu säen, sollte die ÖGK gemeinsam mit den Sozialpartnern nach nachhaltigen Lösungen suchen,“ so der Gewerkschaftssprecher. „Es ist wichtig, die Ursachen für den Anstieg der Krankenstände zu bekämpfen, anstatt nur Symptome zu behandeln.“

Video heizt die Debatte an

Ein im Internet kursierendes Video, das angeblich Arbeitnehmer zeigt, die offen über ihren „E-Card-Urlaub“ sprechen, heizt die Debatte zusätzlich an. Die ÖGK nutzt das Video als Beweis für den Missbrauch des Krankenstandes, während die Gewerkschaft die Authentizität des Videos anzweifelt und vor einer Verallgemeinerung warnt. Die Auseinandersetzung zwischen ÖGK und Gewerkschaft um das Thema Krankenstand dürfte somit in den kommenden Wochen weitergehen.

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