Video: Das läuft noch schief mit der ePA

Video: Das läuft noch schief mit der ePA


Die elektronische Patientenakte (ePA) sollte das Gesundheitswesen revolutionieren: einfacher Informationsaustausch zwischen Ärzten, ein schneller Überblick über die Krankengeschichte und mehr Eigenverantwortung für Patienten.

 

Doch die Realität sieht anders aus. Ein neues Video beleuchtet die Stolpersteine und zeigt, warum die ePA ihr Potenzial noch nicht voll ausschöpfen kann.

Ein Hauptproblem ist die Technik selbst. Viele Nutzer klagen über langsame Ladezeiten, Serverausfälle und eine komplizierte Bedienung. Die verschiedenen ePA-Apps der Krankenkassen unterscheiden sich in ihrer Benutzerfreundlichkeit erheblich. Ältere Patienten und Menschen mit wenig technischem Know-how stoßen schnell an ihre Grenzen. „Ich verstehe einfach nicht, wie ich meine Daten hochladen soll“, berichtet eine Rentnerin in dem Video. „Es ist viel zu kompliziert für mich.“

Akzeptanzprobleme bei Ärzten

Auch bei den Ärzten herrscht Skepsis. Viele sehen in der ePA zusätzlichen bürokratischen Aufwand, ohne einen klaren Nutzen zu erkennen. Das Eintragen von Daten ist zeitaufwendig und die Integration in die bestehenden Praxisabläufe gestaltet sich schwierig. Viele Ärzte befürchten zudem Datenschutzprobleme und die Haftung für fehlerhafte Eintragungen. „Ich habe einfach nicht die Zeit, mich intensiv mit der ePA auseinanderzusetzen“, gesteht ein Allgemeinmediziner im Interview. „Ich bin froh, wenn ich meine Patienten versorgen kann.“

Datenschutzbedenken und mangelndes Vertrauen

Ein weiterer Knackpunkt sind die Datenschutzbedenken. Viele Patienten haben Angst, dass ihre sensiblen Gesundheitsdaten in falsche Hände geraten. Die Angst vor Hackerangriffen und dem Missbrauch der Daten ist groß. Umfragen zeigen, dass viele Menschen die ePA aus diesem Grund nicht nutzen wollen. „Ich traue dem System einfach nicht“, erklärt eine Patientin. „Ich habe Angst, dass meine Daten verkauft werden oder für andere Zwecke missbraucht werden.“

Was muss sich ändern?

Das Video fordert eine grundlegende Überarbeitung der ePA. Die Technik muss zuverlässiger und benutzerfreundlicher werden. Ärzte müssen besser geschult und entlastet werden. Und vor allem muss das Vertrauen der Patienten in die Sicherheit und den Datenschutz der ePA gestärkt werden. Nur wenn diese Probleme gelöst werden, kann die ePA ihr volles Potenzial entfalten und zu einer echten Verbesserung der Gesundheitsversorgung beitragen. Ansonsten droht sie, ein teures und wenig genutztes Projekt zu bleiben.

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