Video: Hustenmittel oft wirkungslos

Video: Hustenmittel oft wirkungslos


Herbstzeit ist Hustenzeit – doch helfen die Mittel aus der Apotheke?

 

Die Blätter fallen, die Temperaturen sinken und die Erkältungssaison beginnt. Kaum hat der Herbst Einzug gehalten, greifen viele Menschen bei ersten Anzeichen von Husten zu rezeptfreien Mitteln aus Drogerie und Apotheke. Doch die Ernüchterung folgt oft schnell: Der Husten bleibt hartnäckig. Eine aktuelle Untersuchung der Stiftung Warentest bestätigt nun den Verdacht vieler Betroffener: Viele Hustenmittel sind schlichtweg wirkungslos.

Umfassende Analyse: Saft, Pulver, Tabletten – die Testergebnisse

Die Stiftung Warentest hat in ihrer aktuellen Ausgabe eine Vielzahl rezeptfreier Hustenmittel unter die Lupe genommen. Dabei wurden verschiedene Darreichungsformen – Säfte, Pulver, Tabletten und Lutschpastillen – untersucht und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit, Verträglichkeit und des Preis-Leistungs-Verhältnisses bewertet. Das Ergebnis ist ernüchternd:

  • Wenig Evidenz für Wirksamkeit: Die Testergebnisse zeigen, dass es für viele der untersuchten Hustenmittel keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für eine tatsächliche Wirksamkeit gibt.
  • Pflanzliche Präparate oft besser bewertet: Einige pflanzliche Präparate, beispielsweise mit Efeu oder Thymian, schnitten in der Bewertung etwas besser ab als synthetische Mittel. Allerdings auch hier gilt: Die Wirksamkeit ist oft nur geringfügig nachweisbar.
  • Keine Empfehlung für Kombinationspräparate: Von Kombinationspräparaten, die mehrere Wirkstoffe enthalten, rät die Stiftung Warentest ab. Die möglichen Nebenwirkungen sind oft höher als der erhoffte Nutzen.
  • Teuer ist nicht gleich wirksam: Der Preis eines Hustenmittels sagt nichts über seine Wirksamkeit aus. Teure Präparate waren in der Untersuchung nicht zwangsläufig besser als günstigere Alternativen.

Welche Wirkstoffe sind kritisch zu sehen?

Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass einige Inhaltsstoffe in Hustenmitteln kritisch zu betrachten sind:

  • Codein: Codein ist ein stark wirksames Schmerzmittel und Hustenstiller, das jedoch auch abhängig machen und unerwünschte Nebenwirkungen haben kann. Es ist in rezeptfreien Hustenmitteln nur in geringen Dosen enthalten, sollte aber dennoch nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden.
  • Dextromethorphan: Dextromethorphan ist ein synthetischer Hustenstiller, der in höheren Dosen halluzinogene Wirkungen haben kann. Auch hier gilt: Nur nach Rücksprache mit dem Arzt verwenden.
  • Antihistaminika: Antihistaminika werden oft in Kombinationspräparaten eingesetzt, um die Schleimhäute abzuschwellen. Sie können jedoch müde machen und andere Nebenwirkungen verursachen.

Was hilft wirklich bei Husten? Tipps von Experten

Anstatt sich blind auf rezeptfreie Hustenmittel zu verlassen, empfehlen Experten der Stiftung Warentest, auf bewährte Hausmittel und schonende Behandlungsmethoden zu setzen:

  • Viel trinken: Reichlich Flüssigkeit, am besten Wasser oder ungesüßten Tee, hilft, den Schleim zu lösen.
  • Inhalieren: Inhalationen mit Salzwasser oder Kamille befeuchten die Atemwege und erleichtern das Abhusten.
  • Brustwickel: Warme Brustwickel mit ätherischen Ölen (z.B. Eukalyptusöl) können die Durchblutung fördern und den Hustenreiz lindern.
  • Honig: Honig wirkt entzündungshemmend und kann den Hustenreiz lindern, insbesondere bei Kindern.
  • Ruhe: Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Schlaf, um Ihrem Körper die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen.

Sollte der Husten länger als eine Woche andauern, sich verschlimmern oder von Fieber, Atemnot oder anderen Beschwerden begleitet sein, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen.

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