Krim-Kongo-Fieber breitet sich in Europa aus: Was Sie über die tödliche Krankheit wissen müssen.
Das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber (CCHF), eine potenziell tödliche Viruserkrankung, breitet sich zunehmend in Europa aus. Übertragen wird das Virus hauptsächlich durch Hyalomma-Zecken, die sich ebenfalls immer weiter in südlichen und mittlerweile auch zentralen Regionen Europas ausdehnen. Die hohe Sterblichkeitsrate und die zunehmende Präsenz des Virus in Europa geben Anlass zur Sorge.
Was ist das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber?
CCHF ist eine durch das CCHF-Virus verursachte Krankheit, die zu hämorrhagischem Fieber führt. Das bedeutet, dass sie Blutungen verursachen kann. Die Erkrankung verläuft in fast jedem zweiten Fall tödlich. Das Virus wird hauptsächlich durch den Biss von Hyalomma-Zecken übertragen, kann aber auch durch direkten Kontakt mit Blut oder anderen Körperflüssigkeiten infizierter Tiere oder Menschen übertragen werden.
Hyalomma-Zecken: Die Hauptüberträger des Virus
Hyalomma-Zecken sind deutlich größer als die heimischen Zeckenarten und haben gestreifte Beine. Sie sind ursprünglich in Afrika, Asien und Südeuropa beheimatet, breiten sich aber aufgrund des Klimawandels und der Migration von Zugvögeln zunehmend auch in nördlicheren Regionen Europas aus, darunter auch Deutschland. Diese Zecken sind nicht nur Träger des CCHF-Virus, sondern können auch andere Krankheitserreger übertragen.
Symptome und Verlauf der Erkrankung
Die Symptome des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers können variieren, beginnen aber meist plötzlich mit Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schwindel, Nackensteifigkeit, Rückenschmerzen, Augenschmerzen und Lichtempfindlichkeit. Im weiteren Verlauf können Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen und Halsschmerzen auftreten. In schweren Fällen kommt es zu Blutungen aus Nase, Mund, Haut und inneren Organen. Die Sterblichkeitsrate liegt zwischen 30 und 50 Prozent.
Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten
Die Diagnose des Krim-Kongo-Hämorrhagischen Fiebers wird durch den Nachweis des Virus im Blut oder anderen Körperflüssigkeiten gestellt. Die Behandlung ist hauptsächlich unterstützend und umfasst die Aufrechterhaltung des Flüssigkeitshaushalts, die Behandlung von Blutungen und die Unterstützung der Organfunktionen. Es gibt derzeit keine spezifische antivirale Therapie gegen das CCHF-Virus, obwohl das Medikament Ribavirin in einigen Fällen eingesetzt wurde.
Prävention: Wie kann man sich schützen?
Da es keine Impfung gegen CCHF gibt, ist die Prävention von entscheidender Bedeutung. Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören:
- Zeckenschutz: Tragen Sie lange Kleidung, verwenden Sie Insektensprays und suchen Sie Ihren Körper nach Zecken ab, nachdem Sie sich im Freien aufgehalten haben.
- Vermeiden Sie direkten Kontakt mit Zecken: Seien Sie besonders vorsichtig in Gebieten, in denen Hyalomma-Zecken vorkommen.
- Schutz bei Kontakt mit Tieren: Tragen Sie Handschuhe und Schutzkleidung, wenn Sie mit Tieren arbeiten, insbesondere in Regionen, in denen CCHF vorkommt.
- Sorgfältige Hygiene: Waschen Sie sich regelmäßig die Hände mit Wasser und Seife, insbesondere nach Kontakt mit Tieren oder deren Ausscheidungen.
Die Rolle des Klimawandels und der Globalisierung
Der Klimawandel und die zunehmende Globalisierung tragen zur Ausbreitung von Hyalomma-Zecken und des CCHF-Virus bei. Höhere Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster begünstigen die Ausdehnung der Zeckenpopulationen, während die zunehmende Reisetätigkeit und der Handel mit Tieren die Verbreitung des Virus über Ländergrenzen hinweg beschleunigen.
Wachsamkeit und Prävention sind entscheidend
Das Krim-Kongo-Hämorrhagische Fieber ist eine ernstzunehmende Bedrohung für die öffentliche Gesundheit in Europa. Die zunehmende Ausbreitung des Virus und der übertragenden Zecken erfordert eine hohe Wachsamkeit und konsequente Präventionsmaßnahmen. Durch Aufklärung, Zeckenschutz und sorgfältige Hygiene können wir das Risiko einer Infektion reduzieren und die Ausbreitung der Krankheit eindämmen.
