Der Herbst ist da und mit ihm die Zeit der Schatzsuche im Wald: Die Pilzsaison hat begonnen und lockt wieder unzählige Pilzliebhaberinnen und -liebhaber in die heimischen Forste.
Ob Pfifferlinge, Steinpilze, Maronen oder Birkenpilze – die Vielfalt der essbaren Pilze ist beeindruckend. Doch Vorsicht: Nicht jeder Fund ist ein Gaumenschmaus. Einige Pilze ähneln essbaren Sorten zum Verwechseln und sind hochgiftig oder zumindest ungenießbar. Wir waren mit erfahrenen Mitgliedern eines Pilzvereins unterwegs, um zu erfahren, worauf es beim Sammeln ankommt, welche Regeln im Wald gelten und wo man im Zweifelsfall professionelle Hilfe erhält.
Das Pilzesuchen ist für viele Menschen mehr als nur die Suche nach einem leckeren Gericht. Es ist eine Möglichkeit, die Natur zu erleben, zur Ruhe zu kommen und die Schönheit des Waldes zu genießen. Die frische Luft, das gedämpfte Licht, das Knistern unter den Füßen – das Pilzesammeln ist eine Wohltat für Körper und Seele.
Doch bevor man sich auf die Suche begibt, sollte man sich gut informieren. Nicht nur über die verschiedenen Pilzarten, sondern auch über die geltenden Naturschutzbestimmungen.
Worauf es beim Sammeln ankommt
Die wichtigste Regel beim Pilzesammeln lautet: Nur Pilze sammeln, die man zu 100 Prozent sicher bestimmen kann. Im Zweifelsfall sollte man den Pilz stehen lassen oder ihn von einem Experten begutachten lassen.
Weitere wichtige Tipps für das Pilzesammeln:
- Schonendes Sammeln: Pilze vorsichtig aus dem Boden drehen oder abschneiden, um das Myzel (das Pilzgeflecht) nicht zu beschädigen.
- Geeignete Behältnisse: Pilze in luftdurchlässigen Körben oder Stoffbeuteln transportieren, um Fäulnis zu vermeiden. Plastiktüten sind ungeeignet.
- Nicht zu viele Pilze sammeln: Die Menge der gesammelten Pilze sollte den Eigenbedarf nicht übersteigen. In den meisten Bundesländern gibt es Höchstmengen für das Sammeln.
- Naturschutz beachten: Nicht in Naturschutzgebieten oder Schonungen sammeln. Pflanzen und Tiere nicht unnötig stören.
Die häufigsten Verwechslungsgefahren
Viele giftige Pilze ähneln essbaren Sorten zum Verwechseln. Besonders gefährlich ist der Grüne Knollenblätterpilz, der dem Champignon ähneln kann. Der Verzehr des Grünen Knollenblätterpilzes kann zu schweren Leberschäden und sogar zum Tod führen.
Auch der Pantherpilz kann mit dem essbaren Perlpilz verwechselt werden. Der Pantherpilz enthält jedoch Giftstoffe, die Übelkeit, Erbrechen und neurologische Symptome verursachen können.
Professionelle Hilfe bei Unsicherheiten
Wer sich bei der Bestimmung eines Pilzes unsicher ist, sollte sich an einen Pilzsachverständigen wenden. Viele Pilzvereine bieten kostenlose Beratungen an, bei denen man seine Funde begutachten lassen kann. Auch Apotheken und Gesundheitsämter bieten teilweise Pilzberatungen an.
Die Regeln des Waldes
Beim Pilzesammeln sollte man sich respektvoll gegenüber der Natur verhalten und die Regeln des Waldes beachten. Dazu gehört, keinen Müll im Wald zu hinterlassen, keine Pflanzen oder Tiere unnötig zu stören und keine Wege zu verlassen.
Mit dem richtigen Wissen und der nötigen Vorsicht kann das Pilzesammeln zu einem unvergesslichen Naturerlebnis werden. Wer sich an die Regeln hält und im Zweifelsfall professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, kann den Herbst in vollen Zügen genießen und sich über einen leckeren Pilzfund freuen.
