Video: Vogelgrippe – Virologe warnt vor neuer Pandemie

Video: Vogelgrippe – Virologe warnt vor neuer Pandemie


Nach einer neuen Welle von Vogelgrippe-Ausbrüchen warnt Virologe Klaus Stöhr eindringlich vor den möglichen Folgen und dem potenziellen Risiko einer neuen Pandemie.

 

Die Vogelgrippe, insbesondere der Subtyp H5N1, ist seit geraumer Zeit ein wachsendes Problem. Während die Krankheit primär Vögel betrifft, mehren sich die Fälle, in denen auch Säugetiere infiziert werden. Diese Entwicklung bereitet Experten wie Klaus Stöhr, einem renommierten Virologen und ehemaligen Leiter des Global Influenza Programme bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO), grosse Sorgen.

Erschreckende Ausbreitung unter Säugetieren

„Die steigende Zahl an Infektionen bei Säugetieren ist alarmierend,“ erklärt Stöhr. „Sie zeigt, dass sich das Virus an Säugetierzellen anpasst und möglicherweise leichter von Säugetier zu Säugetier übertragen werden kann. Das ist ein entscheidender Schritt in Richtung einer potenziellen Pandemie.“ In den letzten Monaten wurden Fälle von Vogelgrippe bei Säugetieren wie Füchsen, Robben, Nerzen und sogar Hauskatzen gemeldet. Diese Ausbreitung deutet darauf hin, dass das Virus eine breitere Palette an Wirten infizieren kann als bisher angenommen.

Hohe Sterblichkeitsrate bereitet Sorge

Ein weiteres Problem ist die hohe Sterblichkeitsrate bei Menschen, die sich mit dem H5N1-Virus infizieren. Obwohl die Übertragung von Vögeln auf Menschen selten ist, verläuft die Krankheit oft schwerwiegend und kann tödlich enden. „Wenn das Virus effizient von Mensch zu Mensch übertragbar wird, hätten wir eine Situation, die mit der frühen Phase der COVID-19-Pandemie vergleichbar wäre, aber mit einer potenziell höheren Sterblichkeitsrate,“ warnt Stöhr.

Anpassung des Virus an den Menschen

Die grösste Gefahr liegt in der Anpassungsfähigkeit des Virus. Viren können sich schnell verändern und mutieren, um sich besser an neue Wirte anzupassen. Sollte das Vogelgrippevirus Mutationen entwickeln, die eine effiziente Übertragung von Mensch zu Mensch ermöglichen, könnte sich eine Pandemie schnell ausbreiten.

Was getan werden muss – Prävention und Forschung

Stöhr betont, dass es jetzt entscheidend ist, Massnahmen zur Prävention und zur weiteren Forschung zu ergreifen. Dazu gehören:

  • Überwachung und Früherkennung: Eine umfassende Überwachung der Vogelpopulationen und der Tierbestände ist unerlässlich, um Ausbrüche frühzeitig zu erkennen und einzudämmen.
  • Impfstoffe: Die Entwicklung und Produktion von Impfstoffen gegen verschiedene Vogelgrippeviren ist von grösster Bedeutung, um die Bevölkerung im Falle einer Pandemie schützen zu können.
  • Forschung: Die Erforschung der Mechanismen der Virusübertragung und der Anpassungsfähigkeit des Virus ist entscheidend, um wirksame Präventions- und Behandlungsstrategien zu entwickeln.
  • Hygiene und Biosicherheit: Strenge Hygienemassnahmen und Biosicherheitsprotokolle in der Geflügelhaltung sind unerlässlich, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Die Bevölkerung sensibilisieren

Neben den wissenschaftlichen und praktischen Massnahmen ist es wichtig, die Bevölkerung über die Gefahren der Vogelgrippe aufzuklären und zu sensibilisieren. Dies beinhaltet Informationen über Hygienemassnahmen, den Umgang mit toten Vögeln und die Bedeutung von Impfungen.

„Wir dürfen die Gefahr, die von der Vogelgrippe ausgeht, nicht unterschätzen,“ mahnt Stöhr. „Nur durch eine konzertierte globale Anstrengung können wir das Risiko einer neuen Pandemie minimieren und die Gesundheit der Bevölkerung schützen.“

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