Die Situation der Bienen-Völker in Deutschland ist sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite steht es um die Honigbiene, die landläufig als „Biene“ bezeichnet wird, eher gut. Diese Art ist in Deutschland nicht gefährdet und ihre Bestände sind stabil. Sie wird von Imkern gehalten und spielt eine wichtige Rolle bei der Bestäubung von Kulturpflanzen.
Ganz anders sieht es jedoch bei den wildlebenden Bienenarten aus. Laut Expertenschätzungen sind rund die Hälfte der etwa 560 in Deutschland vorkommenden Wildbienen-Arten bedroht. Viele Wildbienenarten haben sehr spezielle Ansprüche an ihren Lebensraum und reagieren empfindlich auf Veränderungen wie den Verlust von Blühflächen, den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft oder die Versiegelung von Böden durch Städtebau. Dadurch gehen ihre Populationen immer weiter zurück.
Diese Entwicklung beunruhigt Naturschützer sehr, denn Wildbienen sind für das Funktionieren vieler Ökosysteme essenziell. Sie bestäuben eine Vielzahl an Wild- und Nutzpflanzen und tragen damit entscheidend zur Artenvielfalt und Produktivität unserer Kulturlandschaften bei. Umso wichtiger ist es, geeignete Maßnahmen zum Schutz dieser bedrohten Bienenarten zu ergreifen, bevor es zu spät ist.
